Lange Autoschlangen zwischen Höfen und der Eyachbrücke sind aktuell nahezu Dauerzustand. Foto: Kugel

Die Sanierung der Stützmauer zwischen Höfen und der Eyachbrücke kam überraschend. Der Frust ist groß. Und der Bürgermeister vermutet sogar schon das nächste Verkehrschaos.

Höfen hat es erneut erwischt: Wieder einmal steckt die Gemeinde im Verkehrschaos fest. Nach regelmäßigen Staus durch den Kreisverkehr-Bau, den Glasfaserausbau und die Windradtransporte sorgt nun die Sanierung der Stützmauer zwischen der Eyachbrücke und Höfen für lange Autoschlangen.

 

Doch anders als bisher kam diese Baustelle „vollkommen überraschend“, wie Bürgermeister Heiko Stieringer im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. Erst 14 Tage vor dem Start der Arbeiten habe er die Information erhalten, dass ein Teil der Bundesstraße 294 – zwischen Ortsausgang Aral-Tankstelle und Abzweigung Eyachtal – bis Mitte September halbseitig gesperrt sein wird.

Fertigstellung des Kreisverkehrs muss warten

Stieringer ist, wie er berichtet „vom Glauben abgefallen“. Seine Versuche, die Maßnahme zu verschieben, seien gescheitert. Höfen müsse sich wieder einmal hinten anstellen und Arbeiten wie die Fertigstellung des Kreisverkehrs zögern sich heraus. „Ich hab’ die Faxen dicke“, so der Bürgermeister. Er sei „super gefrustet“ darüber, dass es Höfen schon wieder getroffen hat.

Bei Verkehrskollaps in Höfen gibt es einen Plan B

Dennoch bewertet Stieringer den Rückstau als „nicht so extrem wie beim Glasfaserausbau“. Autoschlangen bis nach Rotenbach – das habe er im Voraus so erwartet, denn es seien eben mehr als 14.000 Fahrzeuge täglich auf der Strecke durch die Gemeinde unterwegs. Doch er macht auch deutlich: „Wenn das Thema so eskaliert, dass es zum Verkehrskollaps kommt, dann gibt es einen Plan B.“

Zwei Wochen nach Arbeitsstart würde er dann mit dem Landratsamt entscheiden, ob die Situation für Höfen weiterhin zumutbar ist oder ob die Alternativlösung, die Stieringer nicht preisgibt, greifen wird.

An den Höfener Festwochenenden der 650-Jahr-Feier wird die Sperrung aufgehoben. Foto: Thomas Fritsch

Auch abends und an den Wochenenden werden sich Staus wohl nicht vermeiden lassen, da die halbseitige Sperrung an den Wochenenden bestehen bleibt, wie Pressesprecherin Mara Müssle vom Landratsamt Calw mitteilt. Und das ist in Stein gemeißelt, „da die an der Stützwand liegende Straßenhälfte für die Lagerung der Baumaschinen und Baustoffe genutzt werden muss“, so Müssle. Auch Stieringer sagt, dass es da nichts mehr daran zu rütteln gebe. Er hofft dadurch zumindest auf Zeitersparnis, da die Firma morgens direkt loslegen könne und nicht mehr erst die Baustelle einrichten müsse.

Noch eine kleine Baustelle im Ort

Zu der halbseitigen Sperrung kommt ab Montag, 18. Mai, noch eine kleine Baustelle dazu. Eine von Stieringer aber schon lang ersehnte, nämlich die Fertigstellung des Kreisverkehrs. Direkt nach den Windradtransporten hätten die Arbeiten an diesem bereits weiterlaufen sollen. Probleme bei Material und Terminen der ausführenden Firma sorgten für Verzögerung. Die Höfener müssen aber nicht ein noch größeres Verkehrschaos fürchten. Denn laut Stieringer laufen die anstehenden Arbeiten – der Einbau von Trockenmauer, Pflasterbelag und Blumenbeet – ohne Ampelregelung ab. „Sonst gäbe es ein Vollchaos“, so der Bürgermeister.

Die Firma arbeite im Kreisverkehr, ohne den Verkehr zu behindern und die Materialtransporte erfolgen während der Rot-Phasen der bestehenden Ampeln. Drei Wochen seien für die Verschönerung des Kreisverkehrs geplant.

Die halbseitige Sperrung auf der B 294 dagegen dauert bis Mitte September. Und danach können die Höfener endlich mal wieder aufatmen? Ganz so optimistisch ist Stieringer nicht. „Der nächste Windradtransport steht bestimmt bald an“, meint er, auch wenn derzeit noch offen sei, wann. Einen Wunsch hat er: Dass „Höfen nicht mehr ewige Dauerbaustelle“ und nicht mehr „durch den Verkehr dauerbelastet“ ist.

Er scherzt: „Wir machen einfach einen Tunnel durch den Eiberg und eine Flaniermeile durch Höfen.“

Baustelle steht Freibadsaison nicht im Weg

Für die Freibadsaison sieht der Bürgermeister die halbseitige Sperrung „nicht als Problem, sofern sich der Verkehr nicht durch den Ort staut“. Viele Gäste würden nämlich sowieso aus Höfen selbst, Büchenbronn, Schömberg und Engelsbrand kommen.

Und einen Lichtblick gibt es für die Höfener überdies: Für die große 650-Jahr-Feier soll freie Fahrt gelten. Das Landratsamt sieht vor, die Sperrung an zwei Wochenenden im Juli und August aufzuheben, um die Feierlichkeiten nicht zu behindern. Das Programm für die Festwochenenden steht bereits, wie Stieringer verrät. Vom 24. bis zum 26. Juli sind unter anderem der offizielle Festakt und ein Familientag geplant, vom 14. bis zum 16. August gibt es ein Sommerlounge-Festival mit Street Food und vielem mehr.