Das Jubiläumsorchester mit 85 Blasmusikanten Foto: Stadler

Nach dem Auftakt des Festwochenendes zum 55-jährigen Partnerschaftsjubiläum zwischen Haiterbach und dem österreichischen Metnitz mit erneuter Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde wurde kräftig weitergefeiert – drei Tage lang.

Haiterbach - Das Stadtfest in Haiterbach anlässlich der seit 55 Jahren bestehenden Städtepartnerschaft mit Metnitz intensivierte die Begegnungen zwischen den beiden Kommunen mit vielen neuen freundschaftlichen Banden. Sowohl die rund um die Festhalle ausgetragenen Feierlichkeiten als auch die gemeinsamen Aktivitäten mit den örtlichen Vereinen und der Feuerwehr fanden regen Zuspruch.

Am Freitagabend unterhielten die Schützenkapelle Metnitz und die Stadtkapelle Haiterbach bei einem volkstümlichen Abend die Gäste in der voll besetzten Festhalle. Bei bester Stimmung wurde bis tief in die Nacht sowohl in der Halle als auch im Außenbereich, am Pilswagen und im Barzelt gefeiert. Die bereitstehenden Tische und Bänke unter freiem Himmel blieben aufgrund der kühlen herbstlichen Temperaturen und immer wieder einsetzendem Regen weitgehend ungenutzt.

"Mitanander ebbes macha"

Für den Samstag hatte die Stadtverwaltung gemeinsam mit den örtlichen Vereinen und der Feuerwehr zahlreiche Aktivitäten angeboten. Gemeinsam mit den österreichischen Gästen wurde beim Liederkranz und der Stadtkapelle musiziert und gesungen. Wandern mit dem Schwarzwaldverein, Schießen beim Schützenverein, Bogenschießen mit dem Hobbyclub und Tennisspielen beim Tennisclub standen auch auf der Auswahlliste der Aktionen unter dem Motto "Mitanander ebbes macha". Die Feuerwehr bot eine Olympiade als besondere Übung an, mit dem Obst- und Gartenbauverein Haiterbach wurden bereits am Freitagnachmittag Bäume gepflanzt und der TSV lud zu Bodystyling mit Pilates ein.

"Jubiläumsorchester" wetterbedingt auf der Innenbühne

Die gemeinsamen Aktivitäten wurden anschließend in der Festhalle präsentiert. Moderator Gerhard Gutekunst kündigte zunächst das große "Jubiläumsorchester" wetterbedingt auf der Innenbühne an. Für die 85 Blasmusikanten der Schützenkapelle Metnitz zusammen mit der Stadtkapelle Haiterbach ging es eng zu in der Festhalle. Die beiden sich abwechselnden Dirigenten, Stadtmusikdirektor Siegfried Wollwinder-Schiller und Kapellmeister Hans Droneberger aus Metnitz, schwangen den Taktstock, auf einem Tisch stehend. Das aus zwei länderübergreifenden Kapellen zusammengesetzte Orchester, das lediglich eine 90-minütige Probe am Nachmittag absolvierte, sorgte mit schönen Polka- und Marschklängen ebenso für gute Stimmung, wie mit dem "Haiterbacher Kuckuckslied", bei dem auch alle Musikanten textsicher mitsangen. Mit riesigem Beifall verlangte das Publikum nach einer Zugabe, die nicht fehlen durfte.

Sänger erzeugen Gänsehaut

Nach einer Umbaupause unterhielt der Liederkranz Haiterbach unter der Leitung von Jelena Mirkov, verstärkt durch Singstimmen aus Metnitz, das Publikum mit Chorstücken, die am Nachmittag bei der Aktivität "Gemeinsam singen" geprobt wurden. Erstmal trat an diesem Abend ein fünfstimmiges A-Cappella-Ensemble aus Metnitz mit Liedern in Kärntner Mundart auf. Die beiden Männerstimmen und die drei Damenstimmen singen alle in ihrer Heimat in unterschiedlichen Chören. Mit ihren Liedern erzeugten sie bei den Gästen im Saal Gänsehaut. Im Anschluss an die musikalischen Darbietungen folgten Bilderpräsentationen zu den weiteren Aktivitäten am Nachmittag.

Ab 20 Uhr sorgte die Band Prof. Alban & die Heimleuchter für mega Feierlaune unter den Gästen. Auf der Außenbühne des Festgeländes heizten sie dem Publikum mit aktuellen Hits und Songs vergangener Tage so richtig ein und brachten die Stimmung zum Kochen. Es wurde trotz der etwas kühlen Außentemperatur bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert.

Feuerwehr sorgt am Sonntag für Bewirtung

Den Festsonntag eröffnete ein ökumenischer Gottesdienst in der schön dekorierten Festhalle, der von der katholischen und evangelischen Kirche, der Liebenzeller Gemeinschaft und der Gemeinde Gottes gemeinsam gestaltet wurde. Danach folgte das Frühschoppenkonzert mit den Oberschwandorfer Musketieren.

Das Helferteam der Freiwilligen Feuerwehr sorgte am Sonntag für leckere Speisen und Getränke. Viele Haiterbacher nutzten noch einmal beim Mittagessen die Gelegenheit, mit den Metnitzer Gästen ins Gespräch zu kommen. Auch die Jüngsten kamen voll auf ihre Kosten. Eine Hüpfburg und ein Karussell sorgte für Abwechslung.

Letzte Umarmungen und Abschiedsküsse

Bevor die Kuckuck’s mit flotter Unterhaltungsmusik das dreitägige Partnerschaftstreffen ausklingen ließen, hieß es gegen 13 Uhr "Abschied nehmen". Die Kärntner Gäste hatten schließlich noch eine weite Heimreise anzutreten. Vor den bereitstehenden Bussen konnten viele, teils rührige Abschiedsszenen beobachtet sowie letzte Umarmungen und Abschiedsküsse ausgetauscht werden.

Die Haiterbacher Stadtkapelle geleitete die Metnitzer mit schwungvoller Marschmusik auf den Heimweg. Die Musiker marschieren ein gutes Stück vor den langsam wegfahrenden, voll besetzten Bussen her. Die Haiterbacher Bevölkerung hatte so Gelegenheit, ihren scheidenden Gästen noch einmal, doch mit Sicherheit nicht zum letzten Mal, zuzuwinken.