Die Teilnehmer halfen sich auch gegenseitig. Foto: Katzmaier

Mit einem Kurs für Senioren und Menschen mit wenig digitalen Grundkenntnissen möchten Mehrgenerationenhaus und Volkshochschule in Haiterbach bei der Nutzung des Smartphones unterstützen. Das Erlernte wird in Sprechstunden vertieft.

„Immer streichen. Sie streicheln das Smartphone, weil Sie es lieben.“ Die Worte von Kursleiterin Elke Talmon l’Armée an die neun Teilnehmer sind nicht mehr Teil der Anleitung, sondern zum Abschluss des dreiteiligen Kurses eher eine launige Ermunterung, dran zu bleiben.

 

An drei Vormittagen haben die neun Teilnehmer – allesamt Senioren – sich der Bedienung ihres Smartphones gewidmet. Das haben die meisten schon länger in ihrem Besitz. Doch die Nutzung will – auch aufgrund der vielen Funktionen – gelernt sein.

Das Mehrgenerationenhaus schließt mit dem aktuellen Kurs „Smartphones in leichter Sprache“ an einen ersten Smartphone-Kurs für Ältere an, den man während der Coronamaßnahmen anbot, weil diese für viele, vor allem ältere Menschen, eine Isolation bedeutetet. Es ging darum, in Kontakt zu bleiben.

Einfache Sprache, angepasstes Tempo

Nun lag der Fokus eher auf der Nutzung im Alltag. Wie der Kurstitel besagt, wurde dabei Wert auf einfache Sprache, also leicht verständliche Erklärungen gelegt. Zwar werde die Nutzung des Smartphones auch in der Familie, oft von Enkelkinder erklärt, weiß Birgit Riedel, Projektleiterin des Mehrgenerationenhauses Haiterbach. Doch dann auch oft in einem eher der Jugend eigenen Art. Schnell gewischt, schnell gedrückt, fertig. Zu schnell.

Das Tempo des Kurses ist somit auch an die Zielgruppe angepasst.

Die müsse sich gesellschaftlich bedingt auch der digitalen Welt widmen. Kontakt zu Krankenkasse oder Arzttermin, vieles sei heute per App gelöst, sagt Monika Rinderknecht, ehemalige wie künftige Leiterin der VHS-Außenstelle Haiterbach. Sie händigte den Teilnehmern am abschließenden Kurstag die Zertifikate für die Teilnahme aus.

Vielzahl an Geräten und Versionen

Das Hineinversetzen in die Situation der Senioren sei ein wichtiger Aspekt des Kurses, erklärt Referentin Elke Talmon. Eine weitere Herausforderung ist die Vielzahl an Geräten. Das unterteilt sich nicht nur in Android und Apple. Auch unter den Android-Geräten gibt es eine große Bandbreite an Herstellern, Betriebssystemversionen und individuellen Oberflächen. „Und dann muss man auch oft schauen, welche Apps tatsächlich installiert sind“, so Talmon. Meist seien es ältere Geräte, die von Kindern oder Enkeln weitergereicht wurden.

Erika Hilgers hat schon länger ein Mobiltelefon, dass sie unter anderem für Textnachrichten nutzt. Den Kurs nutzte die 71-Jährige, um ihr Wissen zu vertiefen.

Ähnlich sieht die Motivation von Wilhelm Saier aus. Wenn in der Familie etwas gezeigt werde, gehe dies oft zu schnell.

Sprechstunde „Digitale Begleitung“

Ob er an der Sprechstunde „Digitale Begleitung“ im Mehrgenerationenhaus in der Poststraße 2 teilnehmen wird, entscheide er aufgrund der Nähe kurzfristig. Dort soll das Erlernte vertieft werden. Termine sind mittwochs am 14. Mai, 11. Juni, 9. Juli und 17. September jeweils von 16 bis 17 Uhr.