Der Evangelische Kindergarten "Arche Noah" in Haiterbach soll um eine halbe Gruppe erweitert werden – ebenso die Kindergärten in Beihingen und Oberschwandorf. Foto: Priestersbach

Grünes Licht gab der Haiterbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einstimmigem Votum zur Erweiterung der Gruppen in den Kindergärten Oberschwandorf, Beihingen und Arche Noah in Haiterbach.

Haiterbach - Wie aus der Bedarfsplanung des Kindergartenausschusses hervorgeht, sind nach dem derzeitigen Stand für das aktuelle und das kommende Kindergartenjahr in der Gesamtstadt zwar genügend Kindergartenplätze vorhanden – und so kann der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung grundsätzlich erfüllt werden. Allerdings ergibt sich aus der Bedarfsplanung ein differenziertes Bild: Während in den Haiterbacher Kindergärten Zehntscheuer und Brunnenstraße voraussichtlich ausreichend Plätze zur Verfügung stehen werden, ergeben sich an anderen Standorten schon bald Engpässe.

So zeichne sich in Oberschwandorf bereits ab Mai 2022 eine Vollbelegung ab, wobei derzeit drei Kinder auf der Warteliste stehen, die erst ab September 2022 einen Platz erhalten können. Im Evangelischen Kindergarten Arche Noah rechnet man im Juni 2022 mit einer Vollbelegung, und die Anzahl der Neuanmeldungen übersteige bereits aktuell die Zahl der Schulabgänger, wie Gesamtkindergartenleiterin Jennifer Schwarz den Räten erläuterte.

Neues Baugebiet bringt Zuzug von Familien

Im bestehenden Kindergartengebäude steht ein weiterer Raum im Untergeschoss zur Verfügung, dessen Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden sollen. Im Beihinger Kindergarten werden die Plätze für das Kindergartenjahr 2021/22 vermutlich ausreichen. Doch mit der Fertigstellung des neuen Baugebiets "Wohnen an der Waldach" müsse mit einem Zuzug von Familien gerechnet werden. Deshalb werde auch hier der eingruppige Kindergarten auf Dauer an seine Kapazitätsgrenzen stoßen. Wie Jennifer Schwarz anmerkte, könne bei der Kinderplanung immer nur "mit den Zahlen gearbeitet werden, die wir haben". Auf die Frage von Johann Pagitz nach der Personalgewinnung, stellte sie fest, dass der Markt in Sachen Kindergartenpersonal leer gefegt sei – und dass viele Bewerber nur von 8 bis 12 Uhr arbeiten wollen. Bevor eine weitere Gruppe in Betrieb gehen könnte, muss allerdings das entsprechende Personal vorhanden sein, so Jennifer Schwarz.

"Müssen auch über einen Neubau nachdenken"

Der Oberschwandorfer Ortsvorsteher und UBL-Rat Bruno Bessey wünschte sich, dass die Kinder aus den Ortsteilen Beihingen oder Oberschwandorf auch in den jeweiligen Einrichtungen vor Ort einen Platz erhalten. Wie Bürgermeister Andreas Hölzlberger feststellte, könne es im Einzelfall - und wenn mal schnell ein Platz gebraucht werde – schon passieren, dass ein Kind einen anderen Kindergarten besuchen müsse. Doch sollen mit den jetzt vorgeschlagenen Beschlüssen genau diese Engpässe vermieden werden – und "so müssten wir das für Erste auch erreichen". Gleichzeitig machte der Bürgermeister mit Blick in die Zukunft deutlich: "Wenn es soweit ist, müssen wir auch über einen Neubau nachdenken." UBL-Rat Mathias Kaupp erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass der Gemeinderat schon in der Vergangenheit immer reagiert habe, "wenn der Bedarf wirklich da war". Zudem wäre es für Haiterbach gut, wenn es mehr Kinder gibt, so Kaupp.