Andreas Hölzlberger mag die Herausforderung – so auch bei der Verwaltungsleitung in Bad Liebenzell. Foto: Katzmaier

Seit Juli ist Andreas Hölzlberger Verwaltungsleiter in Bad Liebenzell. Fast ein Bürgermeisterjob, den er in Haiterbach verließ. Hätte er da nicht gleich in Haiterbach bleiben können?

Das Gespräch mit Andreas Hölzlberger war eigentlich für einen deutlich späteren Zeitpunkt vorgemerkt. Irgendwann und dann unter der Überschrift „Was macht eigentlich Andreas Hölzlberger?“ Ein Blick darauf, wie sich das Leben des Mannes weiterentwickelt hat, der zwei Amtszeiten, also über 16 Jahre hinweg, die Entwicklung der Stadt Haiterbach als Bürgermeister maßgeblich mitgestaltete.

 

Seit Juli ist er Verwaltungsleiter

Viel schneller als erwartet rückte Andreas Hölzlberger aber wieder in den Fokus der Öffentlichkeit, als er in diesem Juli als Leiter der internen Verwaltung der Stadt Bad Liebenzell durch den Gemeinderat gewählt und eingesetzt wurde. Hölzlberger soll die Amtsgeschäfte am Laufen halten. Der gewählte Bürgermeister, Roberto Chiari, ist schon längere Zeit aufgrund von Krankheit nicht im aktiven Dienst.

Eigentlich wollte es Hölzlberger nach seinem Ausscheiden als Haiterbacher Bürgermeister Ende Dezember 2024 erst mal ruhiger angehen lassen. Seine Optionen ausloten. Die erste kam recht schnell: Mit einem Aufwand von zehn Stunden in der Woche leitet Hölzlberger die Kreisgeschäftsstelle der CDU. Das bleibe auch unabhängig von seinem Engagement in Bad Liebenzell so, erklärt Hölzlberger.

Dass er an der Verwaltungsschule in Karlsruhe in begrenztem Umfang den Verwaltungsnachwuchs zum Thema Baurecht unterrichten würde, war auch geplant.

Anfrage kam aus dem Landratsamt

Doch wie kam es zu Bad Liebenzell? „Da ist das Landratsamt auf mich zugekommen“, erläutert Hölzlberger. Es sei klar gewesen, dass man dringend Unterstützung brauche, weil der ehrenamtliche Bürgermeistervertreter Sebastian Kopp den Umfang nicht leisten könne.

Der Arbeitsumfang von Hölzlberger sieht 35 Stunden je Woche vor. Im Grunde mache er vieles von dem, was ein Bürgermeister mache. Die Sitzungsleitung des Gemeinderats sei aber nicht inbegriffen. Und auch repräsentative Termine sind eher die Ausnahme.

Aber es ist doch fast der Job eines Bürgermeisters. Hätte er da nicht gleich in Haiterbach für eine dritte Amtszeit kandidieren und mit großer Wahrscheinlichkeit seine Arbeit fortsetzen können?

Nicht so im Fokus der Öffentlichkeit

„Bei meinem Ausscheiden habe ich ja gesagt, dass dies ein interessanter Beruf ist.“ Jetzt seien es aber keine 70 Stunden in der Woche. Obwohl er auch jetzt – mit allen Aufgaben – auf 50 bis 55 Stunden komme.

Ein entscheidender Unterschied sei auch, dass er als Verwalter nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehe. Es sei kein Wahlamt. Das mache ihn auch unbefangener. „Da kann man auch schwierige Themen angehen“, sagt Hölzlberger. Schwierig ist in Bad Liebenzell die finanzielle Lage. Aber auch die Stimmung im Gemeinderat und auf der politischen Ebene ist belastet.

Entscheidung gegen Kandidatur nicht bereut

Die Antwort auf die Frage, ob er rückblickend seine Entscheidung gegen eine erneute Kandidatur in Haiterbach bereut, kommt schnell und bestimmt: „Nein“. Sie sei mit Bedacht getroffen und sei auch heute noch richtig. Die Entscheidung an sich sei ihm aber nicht leicht gefallen.

Für Bad Liebenzell habe er schnell zugesagt, auch wenn er eigentlich mal ein Jahr weniger tun wollte.

„Es ist ein interessante Aufgabenstellung“, antwortet Hölzberger auf die Frage nach dem Warum. Gleichwohl sei sie mit Herausforderungen verbunden. In gewisser Weise ist es auch eine Art Rückkehr. Hölzlberger hatte einst für zehn Jahre im Liebenzeller Ortsteil Monakam gewohnt. „Ich kenne und schätzte Bad Liebenzell.“

Lange nicht das Rathaus betreten

In Haiterbach hielt sich Hölzlberger hingegen zurück: „Ich habe anfangs kein Fuß in das Rathaus gesetzt“. Als er dann doch irgendwann vorbeischaute, sei es eine schöne Begegnung mit den Mitarbeitern gewesen. „Ich hatte den Kontakt zu den Menschen schon vermisst“, räumt der langjährige Schultes ein.

In die Rathausarbeit selbst werde er sich nicht einmischen. Bei Bedarf sei der Kontakt zu ihm aber jederzeit möglich.

Sein Engagement für Bad Liebenzell hänge davon ab, wie lange er gebraucht werde. So lange sei er bereit, sagt Hölzlberger. Doch auch danach, wird sich der Freiraum sicher füllen. So will sich Hölzlberger intensiver um den Turngau Nordschwarzwald kümmern, dessen Vorsitzender er ist. Die Aufgabe sei zuletzt etwas zu kurz gekommen.