Das Feuer in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Untere Schömberg Ende Oktober brachte die Ermittler offenbar auf die Spur zu einem Tatverdächtigen. Foto: Thomas Fritsch

Eine Serie von Brandstiftungen hielt Haiterbach vergangenen Herbst über Wochen in Atem. Nun bestätigt die Polizei, dass sie einen konkreten Tatverdächtigen im Visier hat.

Spricht man mit Betroffenen, Anwohnern und auch jenen, die beruflich mit den Bränden in Haiterbach vergangenen Herbst zu tun haben, ergibt sich oft ein zweigeteiltes Bild: Erleichterung, dass es seit dem bislang letzten Brand Ende Oktober ruhig geblieben ist, mischt sich mit dem unbefriedigenden Gefühl, dass der oder die Täter noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

 

Von offizieller Seite gab es zu der Brandserie schon länger nichts mehr zur hören. Dafür hielt sich seit dem letzten Feuer, dem Brand einer Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses in der Straße Unterer Schömberg, in der Haiterbacher Bevölkerung das Gerücht, dass kurz darauf ein Tatverdächtiger verhaftet worden sei.

Polizei bestätigt Verdacht

Während die Polizei im Herbst eine konkrete Verhaftung verneinte, bestätigt sie jetzt auf erneute Anfrage, dass es einen Verdächtigen gibt: „Die Kriminalpolizeidirektion Calw, Kriminalinspektion 1, hat ... umfangreiche Ermittlungen geführt, bei welchen sich ein Tatverdacht gegen einen Mann aus dem Raum des Landkreises Calw ergeben hat. Die Ermittlungen in den Strafverfahren dauern an“, heißt es in der Antwort der Pressestelle der Polizeidirektion Pforzheim.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand kam es im Zeitraum September bis Ende Oktober 2025 in Haiterbach zu sieben Bränden. Darunter sind laut Polizei zwei versuchte schwere Brandstiftungen und eine vollendete Straftat nach Paragraf 306a Strafgesetzbuch.

„Aktuell wird der Gesamtschaden in allen Fällen auf einen unteren sechsstelligen Bereich geschätzt“, informiert Benjamin Koch von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit.

Personen kamen unmittelbar bei den Bränden nicht zu Schaden, doch die Gefahr bestand durchaus. Die einzelnen Taten, die der Reihe zugerechnet werden, ließen nämlich eine Steigerung im potenziellen Schaden und der Gefährdung von Menschenleben erkennen.

Gefahr stieg zunehmend

Die ersten Brände ereigneten sich bereits am Sonntag, 28. September: Einem Containerbrand an der Burgschule Haiterbach folgten eine brennende Mülltonne in der Beihinger Straße.

Die weiteren Feuer ereigneten sich in der Nacht auf Dienstag, 7. Oktober. Damals brannte ein Anhänger auf einem Firmengelände im Schieferweg, zwei Mülltonnen vor einem Wohnhaus in der Beihinger Straße und schließlich die Tür eines leerstehenden Haus am Waldweg.

Am 13. Oktober haben der oder die Täter gegen 3.20 Uhr drei Mülltonnen an der Hauswand eines Einfamilienhauses angezündet. Die Beihinger Straße war dabei erneut Tatort.

Auch wenn die Ermittler nachvollziehbar zurückhaltend zu den genauen Erkenntnissen sind, ergibt das, was man aus verschiedenen Quellen erfahren kann, ein stimmiges Bild.

So scheint das letzte Feuer im Unteren Schömberg die Ermittler auf die Spur zum Tatverdächtigen gebracht zu haben. Zudem besteht offenbar eine nachvollziehbare Verbindung des Mannes zu dem Unternehmen, bei dem Anfang Oktober der Anhänger in Brand gesteckt wurde.

Tatverdächtiger ist offenbar Einwohner

Nach Informationen der Redaktion handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Haiterbacher Einwohner.

Dass die Brandserie auch außerhalb von Haiterbach die Menschen bewegte und auch Befürchtungen geweckt hat, zeigte der Brand des Gasthauses Eisenbahn in Nagold. Von mehreren Nutzern in sozialen Medien wurde nicht nur im Spaß die Frage geäußert, ob der Haiterbacher Brandstifter nun nach Nagold übergesiedelt sei. Bei dem dortigen Großbrand wird Brandstiftung zumindest nicht ausgeschlossen.