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Haiterbach Zwei Solarparks in Haiterbach?

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Christoph Boxriker, Projektleiter im Bereich Projektentwicklung Photovoltaik (Mitte), stellte das Projekt "Solarparks in Haiterbach" vor Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Unter der Überschrift "Lasst die Sonne rein!" präsentierte die EnBW dem Technischen Ausschuss der Stadt Haiterbach die Pläne zur Projektentwicklung und zum Bau von Solarparks im Außenbereich von Haiterbach. Am 18. September soll im Gemeinderat entschieden werden.

Haiterbach. Bevor seitens der EnBW durch Projektleiter Christoph Boriker und Referentin Katharina Heck, beide tätig in der Projektentwicklung Photovoltaik (PV), das Vorhaben "Solarparks für Haiterbach" vorgestellt wurde, führte Bürgermeister Andreas Hölzlberger in die Thematik ein. Es bestehe in zwei Fällen großes Interesse an der Errichtung von Freiland-PV-Anlagen im Stadtgebiet. Zunächst wollte man die Mitglieder des Technischen- und Sanierungsausschuss über die neuesten Erkenntnisse im Bereich Windkraft informieren, bevor das Thema PV im Außenbereich in der Septembersitzung des Gemeinderates beraten und über seine Weiterentwicklung entschieden werden soll.

Hölzlberger informierte, dass aufgrund des bisherigen Windatlas auf dem Stadtgebiet von Haiterbach keine sogenannten Vorranggebiete des Regionalverbands für Windkraftanlagen entstehen werden. Auch nach der Fortschreibung und Präzisierung des Windatlas und Windleistungsdichten von 190 bis 250 Watt je Quadratmeter bei einer Nabenhöhe von 160 Metern gehört Haiterbach nicht zu den ertragreichsten und interessantesten Standorten.

Für Haiterbach, so Hölzl­berger, hat sowohl die EnBW eine Voranfrage auf Errichtung einer PV-Anlage gestellt und Landwirt Hans Peter Schweizer hat seine Anfrage erneuert.

Die EnBW möchte auf einer Fläche von rund 16,7 Hektar im Gewann Bergäcker, angrenzend an den Segelflugplatz, eine Anlage errichten. Schweizer hat erneut angefragt für das Gewann Blätschenschneider zwischen der Erddeponie und der Gemeinde-Verbindungsstraße nach Untertalheim. Für diesen Bereich hatte der Ausschuss ein solches Vorhaben im Jahr 2005 abgelehnt.

In der Sitzungsvorlage war zu lesen, dass beide Flächen nach den untersuchten Rahmenbedingungen als geeignet erscheinen. Es handelt sich in beiden Fällen um landwirtschaftlich benachteiligte Gebiete mit weniger ertragreichen Böden. Außerdem haben sich in den vergangenen 15 Jahren die Rahmenbedingungen gravierend verändert und der Ausstieg aus der Kernenergie und Energie aus Kohlekraftwerken stehe bevor. Regenerative Stromerzeugung ist weiter auf dem Vormarsch.

Während Christoph Boxriker die Pläne der EnBW präsentierte, stand Katharina Heck für Fragen zur Verfügung. Die EnBW will ihren Ausbau der PV-Anlagen von aktuell 80 Megawatt, verteilt auf 17 laufende Betriebe, bis zum Jahr 2020 auf 250 Megawatt in Deutschland erhöhen.

Hierzu muss die EnBW an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teilnehmen. Gewinnt sie eine solche Ausschreibung als "günstigster und wirtschaftlichster Bieter" und bekommt den Zuschlag, beispielsweise auch für Haiterbach, erhält sie eine Einspeisungsvergütung.

Stand 2017 sind in Baden-Württemberg 409 Freiflächenanlagen vorhanden (deutschlandweit sind es 10 816, wovon allein auf Bayern 2308 Anlagen entfallen). Aufgrund der Solaroffensive der baden-württembergischen Landesregierung sollen bis zum Jahr 2050 16,7 Terrawattstunden pro Jahr Strom durch Photovoltaik erzeugt werden. Im Jahr 2018 lag der Wert gerade mal bei 5,74 Terrawattstunden und damit bei etwa einem Drittel dieses Ziels.

Erste Gespräche mit Grundstückseigentümern

Die EnBW, so Boxriker, suche deshalb große in Betracht kommende Flächen zwischen fünf und 15 Hektar mit wenigen Eigentümern. Aktuell fanden für den angesprochenen Bereich bereits Gespräche mit zwei Eigentümern statt. Die umzäunte Fläche würde sich auf 16,7 Hektar ausdehnen und jährlich 11,5 Megawattstunden Strom liefern, mit dem etwa 3200 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden könnten und rund 7800 Tonnen CO2-Einsparung möglich seien.

Im weiteren Verlauf der Präsentation erklärte Boxriker, dass der Schutz der Natur durch Doppelnutzung gegeben sei, das heißt, die Flächen rund um die PV-Anlagen werden durch Schafe beweidet und auch Bienen finden dort eine Heimat. Außerdem wird das Gelände zweimal pro Jahr gemulcht. Der Versiegelungsanteil der Flächen durch die PV-Anlagen liege unter einem Prozent. Gepachtet werden soll auf 20 Jahre mit der Option auf zweimalige Verlängerung von jeweils fünf Jahren. Danach werde zurückgebaut und das Gelände nach Ende der Pachtzeit wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzt.

Darüber hinaus haben die Gemeinden und auch die Bürger die Möglichkeit, sich an den Anlagen mit Geschäftsanteilen bis maximal 49,9 Prozent zu beteiligen. Die Kosten und Risiken im Planungsverfahren trage allein die EnBW. Für die Entstehung eines Solarparks rechnet Boxriker mit einer Zeitdauer von etwa eineinhalb Jahren zwischen Aufstellungsbeschluss und Inbetriebnahme.

Auch kritische Stimmen der Ausschussmitglieder

Seitens der Ausschussmitglieder stieß die Vorabinformation zu den PV-Anlagen auf Außenflächen auf unterschiedliche Reaktionen, der Anlagenbau wurde sogar als völlig ausgeschlossen auf wertvollem Ackerland bezeichnet. Der Wunsch nach solchen Anlagen auf Dächern beziehungsweise beide Lösungen sollten in Betracht gezogen und angestrebt werden.

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