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Haiterbach Zur Automatisierung gezwungen

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Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und Infinex-Geschäftsführer Martin Hartl begleiten ein Wahlplakat aus dem jüngsten Bundestagswahlkampf auf seinem Gang in den Schredder. Foto: Breitmaier Foto: Schwarzwälder Bote

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken suchte nach der Antwort auf die Frage, was auf ein Wahlplakat nach dem Schredder wartet. Die Frage beantwortete Martin Hartl, Geschäftsführer der Infinex Group.

Haiterbach/Horb. Es dauert nur wenige Sekunden, dann ist es weg – aber nicht verloren. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken schaut ihrem eigenen Bild hinterher, wie es im Schlund der Recycling-Maschine verschwindet. Hunderte Vorgänger des Wahlplakats gingen bereits seinen Weg: durch den Schredder in eine neue Zukunft.

Esken machte sich jüngst auf, um herauszufinden, was eigentlich nach dem Gebrauch der Hohlkammerkunststoffplatten passiert. Antworten hielt Martin Hartl bereit. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Infinex Group, einem Kunststoff verarbeitenden Betrieb in Haiterbach und Horb.

Das Plastik sei schlecht für die Umwelt, weil das Material nicht biologisch abbaubar ist. Geschäftsführer Hartl hat dafür eine Lösung: Recycling. Eskens Plakate und die vieler anderer seien bei Infinex gut aufgehoben, weil das Material eben nicht auf Deponien und schon gar nicht im Meer landet. Die Platten werden zu Granulat verarbeitet, aus dem die Infinex Group eine Vielzahl an Produkten herstellt. Beispielsweise Mehrwegbehälter für die Industrie, die bis zu zehn Jahre im Einsatz sind, und sich danach erneut recyceln lassen. "Umweltfreundlicher geht’s kaum", betont Hartl. Auf Nachfrage der Abgeordneten erläuterte er aber auch, dass neue Plakate aktuell nicht aus Recycling-Material gefertigt werden: "Die Druckereien brauchen weißes Material mit perfekt ebener Oberfläche – das ist eine Herausforderung. Vielleicht könnte man es mit einem Mix aus recyceltem Trägermaterial und neuer Oberfläche versuchen."

Es ist ein halbes Jahrhundert her, seitdem Hartls Vater das Unternehmen gründete, aus dem heute die Infinex Group entstand. Damals Anfang der 70er-Jahre waren Kunststoffmöbel beliebt. Der Trend ging jedoch schnell zu Ende.

Heute fertigt Infinex unter anderem sogenannte Triplex-Platten, aus denen die Mehrwegbehälter für die Industrie entstehen. Unter dem Dach der beiden Standorte fertigen mehrere Marken ihre Produkte.

Dabei entstehen neben klassischen Baumaterialien wie Noppenfolie auch neuartige Bauzäune oder Teile für den Automotive-Bereich.

200 Menschen arbeiten für Infinex, wobei sich laut Geschäftsführer Hartl die Akquise von neuem Personal immer schwieriger gestaltet. "Wir werden zur Automatisierung getrieben, weil wir schlichtweg keine Arbeitskräfte bekommen", erklärt er. Auch deswegen greife man auf einen Stamm an Leiharbeitern zurück. Esken machte deutlich, dass sie in der Leiharbeit zahlreiche kritische Entwicklungen sieht. "Auch durch die Leiharbeit haben wir einen der größten Niedriglohnsektoren Europas." Wer Vollzeit arbeite, dürfe doch nicht zum Amt gehen müssen, um sich und seine Familie über Wasser zu halten". Dem stimmte auch Hartl zu und erklärte, dass das Unternehmen häufig Leiharbeitern Anstellungsverträge anbiete.

Einig waren sich die beiden darüber, dass die Zuwanderung von Menschen aus anderen Ländern gerade für den Arbeitsmarkt im Ländlichen Raum Chancen bietet.

 
 

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