Initiatoren und Helfer (von links): Marc Spies vom Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald, Birgit Riedel, Stephan Trunte und Johanna Rombach.Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Corona: Initiative von Mehrgenerationenhaus und Stadtsenioren bietet Impf-Unterstützung für Ältere an

"Es ist zwar sehr anstrengend und zeitintensiv, einen Termin zu kriegen", sagt Johanna Rombach, die sich bei einer Initiative zur Impfbegleitung von Senioren engagiert. Aber wenn man die Leute dann zu den Terminen begleite, zeigten sie sich "sehr sehr dankbar"; gerade bei den Gesprächen während den Fahrten komme "unglaublich viel zurück".

Haiterbach. Die 73-Jährige Johanna Rombach ist eine der derzeit acht Ehrenamtlichen der Initiative. Vor ihrem Ruhestand habe sie "über 46 Jahre" im Rathaus als Standesbeamtin gearbeitet.

Die Initiative hat das Mehrgenerationenhaus (MGH) gemeinsam mit den Stadtsenioren gegründet. Das Ziel: Ältere Menschen bei der Wahrnehmung der Corona-Impfung zu unterstützen.

Seit dem Start der Initiative im Februar seien mehr als 50 Anfragen eingegangen, für 48 davon konnte bereits ein Impftermin gebucht werden, erzählt Birgit Riedel, Projektleiterin des MGH. Zunächst habe man gedacht, dass die Leute Schwierigkeiten hätten, nach Wart zu kommen, als eigentliche Schwierigkeit habe sich dann jedoch herauskristallisiert, an Impftermine zu kommen.

Stephan Trunte von den Stadtsenioren kann davon ein Liedchen singen. Er berichtet, wie er einmal um drei Uhr nachts die Seite für Termine aufgerufen habe – allerdings ohne Erfolg. Man müsse "stetig dran sein", um einen Termin zu bekommen, sagt er. Bei der Hotline habe man die Erfahrung gemacht, dass keine Rückrufe eingetroffen seien.

Faszinierend bei der Initiative sei, wie sich die Gruppe gefunden habe, und wie es "Hand in Hand" gehe, berichtet Riedel. Bei den Helfern handele es sich um eine "gemischte Altersgruppe", verschiedene Fähigkeiten würden sich so untereinander ergänzen. Vom TSV kämen beispielsweise "zwei junge Damen", die sich vornehmlich online um das Termine­buchen kümmern würden. Eine weitere sei über einen Aufruf hinzugekommen. Die Initiative entspreche also ganz dem Konzept des Mehrgenerationenhauses.

Eine Seniorin, die die Impf-Unterstützung in Anspruch genommen hat, ist die 80-jährige Helga Schmolla aus Haiterbach. Nachdem ihre Tochter es über zwei Wochen "x-Mal" probiert habe, durchzukommen, sei man schließlich auf das Angebot der Haiterbacher Initiative aufmerksam geworden, das "richtig super" gewesen sei. Trunte habe zu ihr gesagt: "Frau Schmolla, ich mache Ihnen einen Termin!" Und eine Woche später, am 12. März, habe sie dann ihren Erst-Termin gehabt. Am 6. April sei dann ihr Zweittermin gewesen, an dem ihr das Biontech-Vakzin ein letztes Mal verabreicht wurde. Schmolla sei "so arg froh", dass sie nun geimpft sei, auch, weil in ihrem Bekanntenkreis gerade eine 78-Jährige "an Corona verstorben" sei.

Trunte lobte die Zusammenarbeit mit dem MGH und Riedel: "Da waren zwei Menschen, die das Gleiche gedacht haben." Senioren, die Unterstützung bräuchten könnten sich an ihn wenden. Er übernehme die Anfragen, vermittle Termine und übernehme auch Fahrdienste. "Und bei Bedarf gehe ich sogar noch ins Impfzentrum mit rein", sagt der 62-Jährige. Leute, die unsicher seien, biete er Betreuung an.

Rombach erzählt, wie sie eine Seniorin sogar schon in den Arm genommen habe, um sie zu beruhigen.

Die 73-Jährige telefoniert vor einer Impf-Fahrt jedes Mal mit den Senioren und fragt, ob sie alles dabei haben. Rombach telefoniert auch, um den Leuten die "Angst zu nehmen".

Wer aus Haiterbach oder seinen Teilorten stammt und das Angebot in Anspruch nehmen möchte, kann sich bei Stephan Trunte unter Telefon 07456/1717 melden. Wer sich bei der Initiative ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich bei Projektleiterin Birgit Riedel unter Telefon 07456/795503 oder E-Mail b.riedel@diakonie-nsw.de melden.

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