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Haiterbach Süßrahmbutter und gedrehte Seile

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Anneliese, Erika und Lydia (Von links ) zeigen, wie man früher Butter machte. Karl bedient dabei das "Blotzfass". Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Auch in diesem Jahr veranstaltet der Heimat- und Geschichtsverein wieder einmal im Monat einen Aktionstag rund um das Beihinger Heimatmuseum. Für den ersten Nachmittag in dieser Saison konnte Vereinsvorsitzender Heinz Urbschat drei Damen aus dem Ort am Butterfass und die "Alte Seilerei" aus Salem begrüßen.

Haiterbach-Beihingen. Neben den Aktionen unter freiem Himmel waren die Türen des mit allerlei Nostalgischem ausgestatteten Museum für die Besucher geöffnet und boten einen Einblick in das Leben vergangener Zeiten. Jeweils zur vollen Stunde fanden Führungen für Kinder durch die liebevoll gestaltete Ausstellung statt.

Ute Krolik ist bereits zum vierten Mal von Salem nach Beihingen gereist, um auf ihrer Seilerbahn, die sie liebevoll die "Beihinger Reeperbahn" nennt, die alte Handwerkskunst des Drehens von Seilen live vorzuführen. Zuschauen und mitmachen, hier war beides möglich. Interessierte umringten Krolik oder legten selbst Hand an. In ihrem Sortiment fand man neben Kletter- und Springseilen, auch Bindestricke, Hundeleinen und Schaukeln.

Auf der Seilerbahn entstanden aus Hanfgarn-Seile ganz nach den Wünschen der Besucher, auch mit farblich eingearbeiteten Wollfäden. Während die Kunden an einer Kurbel kräftig zu kurbeln hatten, machte sich Krolik mit dem sogenannten "Leitholz" von einem Ende der Bahn auf den Weg zum entgegengesetzten Ende. Dabei verdrehte sie das Seil unter Spannung und legt damit die Festigkeit des fertigen Produktes fest.

Die Gäste schauten nicht nur neugierig zu und hörten sich ihre Erklärungen zu den Arbeiten eines Seilers an, sie hatten auch die Gelegenheit, Seile für den Hausgebrauch zu erwerben. Während sie die Bahnen ablief, erklärte sie, dass der Seiler viel laufen muss und dass das Wort "Reeperbahn" von "reepern" kommt, einem anderen Wort für die Seilerei, das auf die Herstellung von dicken Schiffsseilen zurückgeht.

Gegenüber der Scheune hatten sich die drei Seniorinnen Anneliese, Erika und Lydia unter ihrem Stand der altertümlichen Butterherstellung verschrieben – und zwar so, wie sie das auch schon in jungen Jahren gemacht haben. Den Rahm hatten sie beim Metzgereinkauf besorgt. In ein Blotzfass, Nichtschwaben sagen Butterfass dazu, wurde der Rahm eingefüllt und solange an der Kurbel gedreht, bis sich Butter und Buttermilch bildeten. Die "Butterdamen" waren stets umringt und wurden mit Fragen zur Butterherstellung überhäuft.

Aber damit nicht genug, das fertige Produkt landete auf hausgemachtem Brot und konnte mit frischem Schnittlauch oder Bärlauch garniert verkostet werden. So manch einer nahm sogar eine kleine Portion der mit der von Hand zubereiteten Butter mit nach Hause oder trank ein Schlückchen Buttermilch an der "Milchbar".

Trotz des trüben und kühleren Wetters hatten es sich die Gäste rund um die Scheune an den Tischen gemütlich gemacht. Sie wurden seitens des Heimat- und Geschichtsvereins mit Roter Wurst oder mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen verwöhnt.

Der nächste Aktionstag beim Heimatmuseum Beihingen findet am Sonntag, 5. Mai, von 14 bis 18 Uhr statt. Dann steht die Kleintierzucht auf dem Programm und das Gestalten von Blumentöpfen sowie eine Wildblumenausstellung.

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