Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Haiterbach Schlossherr würde ein Haus genügen

Von
Schlossherr Günther Graef hat von seiner Residenz oberhalb Unterschwandorfs eine schöne Aussicht auf die Landschaft der Umgebung. Foto: Katzmaier Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Markus Katzmaier Haiterbach. In Haiterbach und seinen Teilorten sind die Ortsvorsteher den meisten Einwohnern sicher bekannt. Doch wo und wie leben sie privat? Unsere kleine Serie gewährt Einblicke. Zum Abschluss besuchen wir Günther Graef im Schloss Unterschwandorf.Das Gespräch mit Günther Graef würde kurz verlaufen, wenn man sich auf seine Auftakt-Äußerung einließe: "Wissen Sie, ich bin eher einfach gestrickt." Einfach im Sinne von unkompliziert und zurückhaltend.

Der 60-Jährige, der als Ortsvorsteher und Stadtrat stets darauf bedacht ist, die Sache im Blick zu haben und der sich selbst zurücknimmt, hält das auch privat so. Jemand, der ihn nicht kennt, könnte aufgrund der exklusiven Wohnlage, dem erhabenen Schloss Unterschwandorf, da auf andere Gedanken kommen. Und würde sich irren. "Ich könnte auch wieder in einem normalen Haus wohnen. Zumindest glaube ich das selber", sagt Graef, denn er versteht sich als einfacher Unterschwandorfer Einwohner. Auch wenn er nicht von hier stamme, hätten ihn die Menschen wunderbar aufgenommen. Aller Voraussicht nach wird das mit einer kleineren Immobilie nicht auf die Probe gestellt. Dafür hängt Graef dann doch zu sehr an dem Schloss, das sein Vater geerbt hatte. 1987 machte es Graef zu seinem Wohnsitz, nachdem er schon davor immer wieder Zeit dort verbracht und dran herumwerkelt hatte. Denn eins sei hier gewiss: "Es gibt immer etwas zu tun."

Das Schloss, das unter den wachen Augen des Denkmalschutzes steht, erfordert einige Aufmerksamkeit und Geld. Eine der neueren Investitionen ist eine Hackschnitzelheizung, die nun zentrale Wärme in die Wohnungen von Graef und seinen ebenfalls im Schloss wohnenden Mietern bringt. Viel Zeit für andere Hobbys bleibt da nicht, zumal Günther Graefs Beruf als Berater in Sachen Personal- und Unternehmensentwicklung ihn ziemlich in Anspruch nimmt. Doch anders wollte es Graef gar nicht haben. "Ich habe schon immer gewusst, dass ich eines Tages selbstständig sein will". Dieser Tag kam von außen betrachtet spät: Erst mit 50 Jahren wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. "Früher wäre das auch kaum möglich gewesen. Irgendwoher muss ja die Erfahrung als Berater kommen", verdeutlicht Graef.

An einen plötzlichen Ruhestand in einem vorbestimmten Alter denkt er indes nicht. "Ich bevorzuge da die Vorstellung, die Arbeit langsam, schrittweise zu reduzieren." Der aktuelle Status liegt bei 100 Prozent. Mindestens.

Die schmale Freizeit füllt Graef gerne mit Lesen, Reisen und Skifahren. Und mit Bürgerbeteiligung. Die findet Graef nämlich nicht nur von Amts wegen, also als Stadtrat oder Ortsvorsteher, gut, sondern auch als Privatmensch. Diese Einbeziehung der Einwohner in die Stadtentwicklung sei ein zartes Pflänzchen, das gepflegt werden müsse.

Wenn das Gespräch dann wieder bei einem Sachthema wie der Stadtentwicklung angelangt ist, hat Graef sich und seine Person, um die es eigentlich geht, erfolgreich zurückgenommen. So äußert sich das mit dem "einfach gestrickt".

u Günther Graef stammt ursprünglich aus Neckarsulm. Seine Schulzeit verbrachte er in Ludwigsburg. Nach einer Sparkassenlehre studierte der heute 60-Jährige in Pforzheim Betriebswirtschaftslehre. Seine erste Stelle hatte er bei einer Möbelfabrik in Waldshut, bevor es ihn wieder gen Stuttgart zog. Mit 50 Jahren erfüllte sich Graef das lang gehegte Berufsziel: Er wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Heute arbeitet er als Berater für mehrere Firmen im Personalbereich sowie in der Unternehmensentwicklung.

Zu seinen Ehrenämtern im Gemeinde- und Ortschaftsrat kam Graef nicht aufgrund eigener Ambitionen, sondern auf Bitten von außen. So hätten ihn die ehemaligen Ortsvorsteher Franz Walter und Jürgen Rapp dazu überredet. Seit 2004 ist Graef in beiden Gremien vertreten. In Unterschwandorf gibt es eine einheitliche Liste, im Gemeinderat sitzt er für die Unabhängige Bürgerliste (UBL).

Auch das Amt als Ortsvorsteher hatte Graef nicht angestrebt. Nach dem überraschenden Tod von Jürgen Rapp hatten alle Ortschaftsräte gute Gründe, den Job nicht zu übernehmen – inklusive Graef. Doch schließlich ließ er sich breit schlagen. Seit 2007 steht er dem kleinsten Haiterbacher Stadtteil vor.

Günther Graef lebt seit mehreren Jahren mit seiner Lebensgefährtin zusammen.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Nagold

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading