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Haiterbach Rücksicht ist der neue Zeitgeist in der Stadt

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Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Haiterbach. Im Coronajahr hat die Stadt Haiterbach einiges für die Verbesserung ihrer Infrastruktur getan: Breitband, Festhalle und Baugebiete sind dafür Beispiele. Bürgermeister Andreas Hölzlberger weiß aber, dass damit nur ein Anfang gemacht ist.

Welche Projekte/Meilensteine fallen Ihnen als Bürgermeister als Erstes ein, wenn Sie an 2020 denken?

An erster Stelle ist hier der millionenschwere Ausbau mit Glasfaserleitungen zu nennen, mit dem die Stadt Haiterbach und damit die Bürgerinnen und Bürger das Telekommunikationsnetz der Zukunft aufbaut. Das ist ein ähnlicher Quantensprung wie die Einführung einer Wasserversorgung und der Aufbau eines Stromnetzes im letzten Jahrhundert. Die ersten Anschlüsse waren 2020 in Oberschwandorf buchbar. Daneben die Großprojekte Sanierung und Erweiterung der Festhalle, Renaturierung der Waldach sowie die Vorbereitung neuer Wohnbaugebiete. Besonders beeindruckt hat mich aber die unheimliche Kreativität, mit der das Ehrenamt in Vereinen und Institutionen und unsere Gewerbebetriebe auf die besonderen Herausforderungen der Coronapandemie reagiert haben.

Was steht in Ihrer Stadt/Gemeinde an größeren Projekten/Meilensteinen im Jahr 2021 an?

2021 werden wir zunächst unsere Großprojekte, die 2020 bereits begonnen wurden, fortsetzen. Allem voran wird uns der Glasfaserausbau noch einige Jahre beschäftigen, bis jedes Grundstück angeschlossen ist. Eine große Herausforderung – sowohl finanziell als auch mit viel Arbeit für die Verwaltung – wird die Realisierung der neuen Wohnbaugebiete sein. Hier stehen 2021 Bebauungspläne genauso an wie erste Erschließungsmaßnahmen.

Was haben Sie persönlich 2020 wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie am meisten vermisst?

Am meisten vermisst habe ich das gesellige Miteinander und die zahlreichen Aktivitäten der ehrenamtlich getragenen Vereine und Institutionen, die unsere Gesellschaft in Haiterbach besonders prägen und letztendlich für ein lebenswertes Haiterbach stehen.

Und wer oder was hat Sie in den vergangenen Monaten besonders geärgert?

Besonders ärgern mich unnötige Diskussionen und Querschüsse, die einer zielgerichteten Arbeit im Weg stehen und viel Kraft und wertvolle Zeit kosten. Hierzu zählt auch, wenn man für den Papierkorb gearbeitet hat, was leider auch immer mal wieder vorkommt. Danken möchte ich an dieser Stelle aber allen, die an den immer wieder schwierigen Entscheidungsprozessen zum Wohle der Stadt Haiterbach mitgewirkt und sich konstruktiv und zielgerichtet eingebracht haben.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden? Was werden Sie als Erstes machen?

Insgesamt freue ich mich für unsere Gesellschaft am meisten, dass sich unser ehrenamtliches Engagement wieder uneingeschränkt entfalten und unser soziales Zusammenleben bereichern kann. Persönlich freue ich mich auf gemeinsames Musizieren und unbeschwerte gesellige Zusammentreffen mit Freunden.

Werden Sie sich impfen lassen?

In einer möglichst hohen Durchimpfungsrate wird die einzige Chance liegen, in absehbarer Zeit wieder zu einer unbeschwerten Normalität zurückzukehren. Die Impfstoffe sind in umfangreichen Testreihen auf Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft. Daher würde ich mich jederzeit genauso gegen Corona wie die jährliche Grippe impfen lassen. Allerdings werde ich schon aufgrund der durchgemachten Corona-Erkrankung, die eine Zeit lang für Immunität sorgt, sicher erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt geimpft werden. Gefährdetere Personenkreise und Menschen mit einem größeren Risiko eines schlimmen Krankheitsverlauf haben Vorrang.

Welche Schwierigkeiten stehen Ihrer Stadt/Gemeinde aufgrund von Corona noch bevor?

Schwierigkeiten für die Stadt Haiterbach ergeben sich vor allem aus den Folgen der geringeren Steuereinnahmen aufgrund der schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung. Das sind aber vorübergehende Probleme wie bei der letzten Wirtschaftskrise. Als erstes gilt es, die Pandemie und ihre direkten Auswirkungen zu überwinden, um aus der Krise durchstarten und wieder zu einem normalen Leben zurück zu können.

Wie steht es um den Zusammenhalt in Ihrer Stadt seit Beginn der Corona- Krise?

Ich nehme eine große Solidarität in der Bevölkerung wahr. Man hilft und unterstützt sich gegenseitig. Rücksicht auf andere zu nehmen, die vorsichtiger unterwegs sind und schlechter durch die Krise kommen, ist ein neuer Zeitgeist im täglichen Miteinander. Gerade in solchen Krisenzeiten zeigt sich die Stärke unserer ländlich geprägten Gesellschaft. Unsere ehrenamtlichen Akteure haben großen Anteil an diesem Zusammenhalt und deren Strukturen wirken unheimlich Gemeinsinn stiftend. Gerade in der Corona-Krise waren es die ehrenamtlichen Akteure, die mit zahlreichen Aktionen in allen möglichen Formaten trotz der Pandemie Begegnung und Austausch ermöglichten, um den Menschen das zu geben, was man in diesen Zeiten braucht: persönliche soziale Kontakte.

Was waren die größten Herausforderungen der Gemeindemitarbeiter bei der Bewältigung der Corona-Krise?

Die größte Herausforderung waren die ständig wechselnden rechtlichen Rahmenbedingungen. Je mehr von zentraler Stelle vorgegeben wurde, umso größer war und ist der Informationsbedarf der Menschen. Vielfältigen Fragen zu immer wieder neuen Änderungen und Anpassungen waren die Folge, die über alle Kanäle beantwortet werden mussten.

Können Sie Corona und den Folgen generell etwas Positives abgewinnen?

An sich kann man einer Pandemie mit zahlreichen Todesopfern und überfüllten Intensivstationen in den Krankenhäusern nichts Positives abgewinnen. Ich bin aber ein Mensch, der gerade in schwierigen Zeiten das nicht Änderbare hinnimmt und das Beste daraus macht. Generell wird einem in solchen Krisenzeiten klar, was wirklich wichtig ist im Leben. Als positive Wirkung sehe ich deutlich geringere Zahl an schlimmen Unfällen, wodurch es weniger Schwerverletzte oder Todesopfer zu beklagen gibt. Diese Auswirkung schlägt sich ganz konkret auch in einer viel geringeren Zahl an Feuerwehreinsätzen nieder. Vielen Dank an die ehrenamtlichen Aktiven von Feuerwehr, DRK und anderen Hilfsorganisationen, die trotz der Pandemie jederzeit einsatzbereit waren und anderen in Notlagen geholfen haben.

Wer kennt nicht die Märchen, in der die gute Fee vorbeikommt und man drei Wünsche frei hat. Wie würden Ihre fürs kommende Jahr lauten?

Das ist schnell beantwortet: Einen durchschlagenden Erfolg bei der Bewältigung der Pandemie mit der Perspektive bald wieder zu einer Normalität zurückzukommen. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bereit sind, im Ehrenamt Verantwortung zu übernehmen, damit unsere Vereine und Institutionen bei ihrer wertvollen Arbeit viele engagierte Mitstreiter haben. Und das Wichtigste: Ein friedliches Zusammenleben, das von gegenseitigem Respekt und Verständnis füreinander geprägt ist – in Haiterbach, in Deutschland und auf der ganzen Welt. Oder ganz kurz gesagt: Gesundheit, Normalität sowie ein friedliches Zusammenleben mit Respekt und Verständnis füreinander.

Um den Jahreswechsel blicken die (Ober-)Bürgermeister des Landkreises auf das außergewöhnliche Jahr 2020 zurück. Was hat ihnen wegen Corona am meisten gefehlt? Was waren außerdem bestimmende Themen? Des Weiteren wagen sie einen Blick in die Zukunft und verraten unter anderem, worauf sie sich "nach Corona" am meisten freuen.

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