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Haiterbach Nur erste Monatsmiete bezahlt

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Haiterbach/Altensteig/Nagold. 19 Vorstrafen hatte das Ehepaar bereits auf dem Konto. Nach der Verurteilung durch das Nagolder Amtsgericht kommen weitere zwei dazu. Wegen Betrug und Unterschlagung muss ein 47-jähriger Kraftfahrer aus Altensteig vier Monate ins Gefängnis. Seine Frau kam mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe davon.

Auf der Suche nach einer großen Wohnung wurde die Familie in Haiterbach fündig. Für fünf Zimmer mit 105 Quadratmetern wurde eine Monatsmiete von 700 Euro plus 50 Euro Nebenkosten vereinbart. Obwohl die Angeklagte bereits einen Offenbarungseid geleistet hatte, unterschrieb sie den Vertrag und zog mit ihrem Mann und den drei Kindern im März 2019 ein. Die Miete wurde nur für einen Monat bezahlt. Aber nicht, beteuerte der Fernfahrer, weil er zahlungsunfähig gewesen sei, sondern weil die Wohnung viele Mängel aufgewiesen habe.

In der Verhandlung führte er an: "Ein Nachtspeicherofen war defekt, elektrische Sicherungen sind durchgeknallt, der Boiler in der Küche war kaputt, das Geschirr mussten wir in der undichten Badewanne waschen und überall war Schimmel." Ob er die angeblichen Mängel beim Vermieter angezeigt habe, wollte der Richter vom Angeklagten wissen. "Das haben wir gemacht, aber er hat nicht reagiert." Als die Mietschulden auf 3750 Euro anwuchsen, wurde der fünfköpfigen Familie fristlos gekündigt – die war zu diesem Zeitpunkt aber bereits nach Altensteig umgezogen. "Hier zahlen wir weitaus mehr als in Haiterbach und zwar regelmäßig", führte der Beschuldigte als Beweis an, dass es nicht am fehlenden Geld gelegen habe. In der Verhandlung stellte sich heraus, dass er ebenfalls eine eidesstattliche Versicherung über seine finanzielle Situation abgegeben und Schulden von 40 000 Euro hat.

Der Fernfahrer stand auch wegen eines zweiten Delikts vor Gericht. Auf Geheiß seines Arbeitgebers sollte er einen Gefrierschrank abliefern. Statt den Auftrag auszuführen, stellte er das Gerät in seine eigene Wohnung. Damit habe er sich, so Richter Martin Link, der Unterschlagung strafbar gemacht. Vor Gericht gab der 47-Jährige seine Verfehlung zu, die Sache sei intern geklärt worden. "Aber nicht für die Staatsanwaltschaft", schrieb ihm der Vorsitzende ins Stammbuch. Beim Blick in das Vorstrafenregister musste Link weit ausholen.

Der Hausbesitzer aus Haiterbach reklamierte, die Eheleute seien nicht nur fünf Monatsmieten schuldig geblieben, sondern auch die Stromkosten – insgesamt seien es 4833 Euro. Dass er die aufgetretenen Mängel nicht beseitigt habe, bestritt er. Ob es stimmen würde, dass die Angeklagten ihre Zahlungsfähigkeit durch Vorlage eines Arbeitsvertrages, Lohnzettel, Kindergeldbescheinigungen und anderer Papiere nachgewiesen haben? Das sei nicht der Fall gewesen. Der Hauptkommissar des Polizeipostens Haiterbach sagte aus, die Wohnung sei bis auf herumliegenden Müll leergeräumt gewesen, der Herd habe allerdings gefehlt "und im Flur stand ein Gefrierschrank".

Die Staatsanwaltschaft forderte für den Angeklagten eine Haftstrafe von zwölf Monaten. Als die 36-Jährige das hörte, brach sie in Tränen aus, rannte auf den Flur und kehrte erst nach Zureden des Richters zurück. Für sie beantragte die Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Verteidiger Alexander Knittel forderte für beide Mandanten einen Freispruch.

Ihre Redaktion vor Ort Nagold

Heiko Hofmann

Fax: 07452 837333

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