Bundestagskandidat Klaus Mack (von links) mit Fraktionschef Ralph Brinkhaus, MEVA-Gründer Gerhard Dingler und Ulrich Kallfass von der MIT.Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Wahlkampf: CDU/CSU-Fraktionschef Brinkhaus zu Besuch bei Mack und MEVA in Haiterbach

Haiterbach. Wenn es nach den Wünschen der CDU geht, trafen sich da in dieser Woche bei der Firma MEVA in Haiterbach ein zukünftiger Bundestagsabgeordneter und sein zukünftiger Chef. Denn der CDU-Kandidat für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt, Klaus Mack, hatte Ralph Brinkhaus, seines Zeichens seit gut drei Jahren Chef der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, für einen Wahlkampfauftritt in den Nordschwarzwald gelotst.

Wenn ein Diplom-Ökonom und gelernter Steuerberater wie Brinkhaus in einem Unternehmen wie MEVA auftritt, und das auch noch vor gut 20 Unternehmern aus dem Wahlkreis – darunter dem amtierenden Vorsitzenden der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT Calw/Freudenstadt, Markus Schindele, und seinem Vorgänger Ulrich Kallfass – dann ist klar, dass es um Wirtschafts- und Finanzpolitik geht.

Doch Mack richtete zunächst den Blick auf ein Feld, das zwar auch die Unternehmen betrifft, aber eben nicht nur: das Thema Infrastruktur. "Im ländlichen Raum sind wir einfach auf Infrastruktur angewiesen", hob der Bürgermeister von Bad Wildbad hervor. "Und da existiert hier einfach ein eklatanter Nachholbedarf."

Dass mit Klaus Mack ein gelernter Kommunalpolitiker und Anwalt des ländlichen Raums die Nachfolge des von ihm sehr geschätzten Hans-Joachim Fuchtel antreten will, begrüßte Brinkhaus – selbst aus Ostwestfalen – ausdrücklich. In der Bundespolitik sei es wichtig, dass man nicht nur den Blick aus den Städten habe. "Wenn wir den Staat modernisieren wollen, dann geht das nur mit Praktikern wie Klaus Mack", sagte Brinkhaus, der ein hohes Lied auf die Kommunalpolitik sang, die Politiker erde. "Und wir brauchen in der Politik nicht nur junge Leute, sondern auch solche, die ein Leben vor dem Bundestag hatten", ergänzte der CDU/CSU-Fraktionschef mit Blick auf den Bürgermeister von Bad Wildbad.

In seinem Parforceritt durch die Wirtschafts- und Finanzpolitik richtete Brinkhaus einen besonderen Blick auf das Thema Bildung und Ausbildung. Angesichts der Tatsache, dass den Unternehmen, auch und vor allem im Handwerk, derzeit massiv die Mitarbeiter fehlen, müsse man mehr Augenmerk darauf richten. Und darüber hinaus auch die Qualität der Dualen Ausbildung hervorheben, so der Christdemokrat.

"Laschet ist ein Teamspieler"

Weiteres Thema, das auch den anwesenden Unternehmern unter den Nägeln brannte, war das Thema Bürokratieabbau. Was das Thema "Moderner Staat" angehe müsse sich der Bund tatsächlich an die eigene Nase fassen", räumte Brinkhaus ein. Da müsse es eine klare Aufgabenverteilung geben. Auch beim Thema Datenschutz bestehe Handlungsbedarf.

Neugierig zeigten sich die Vertreter aus dem Nordschwarzwald auch in Bezug auf das Thema Kanzlerkandidat und wie das mit Laschet, Merz und Röttgen gelaufen ist. Man hat ja nicht alle Tage einen intimen Kenner der Bundes-CDU zu Gast. Doch der Fraktionschef ließ sich nur spärlich in die Karten schauen, lobte allerdings den Kanzlerkandidaten Armin Laschet als ausgesprochenen "Teamspieler". Respekt zollte er dem von der CDU im Nordschwarzwald eigentlich favorisierten – letztlich aber unterlegenen – Friedrich Merz. Der habe sich in die Mannschaft des Teamspielers Laschet an verantwortungsvoller Position eingefügt, lobte Ralph Brinkhaus. Mehr wollte er dann aber doch nicht über den inneren Kreis der CDU preisgeben. Auch auf die Frage, warum er denn nicht selbst für das Amt des Kanzlerkandidaten ins Rennen gegangen sei, blieb Brinkhaus zurückhaltend und beließ es bei der Bemerkung, dass ihm sein gegenwärtiger Job als Fraktionschef sehr viel Freude bereite.

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