Jagdpächter Dieter Sitzler erklärt, wie die blauen Reflektoren Wildunfälle verhindern. Foto: Geisel

Haiterbacher Jäger bringen auf eigene Kosten Reflektoren an Leitpfosten an. Investition zahlt sich aus: Seither weniger Wildunfälle.

Haiterbach - So genannte Lichtzäune zur Verhinderung von Wildunfällen sind bereits seit 2005 immer wieder Thema. Wie erfolgreich die blauen Reflektoren in Sachen Wildunfälle sind, beweisen seit etwa einem Jahr die Haiterbacher Jäger.

Vor neun Jahren startete die vier Jahre dauernde Studie »Aktion Lichtzaun« des Landesjagdverbandes. Getestet wurden spezielle rote, blaue und weiße Reflektoren, welche an der von der Fahrbahn abgewandte Seite von Straßenleitpfosten angebracht wurden. Sie werfen das Licht vorbeifahrender Fahrzeuge bei Nacht zurück, sodass eine Art Lichtzaun entsteht, welcher das Wild zum Umkehren oder Stehenbleiben bewegen soll. Bereits drei Sekunden des Innehaltens genügen für einen PKW mit einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern, um 67 Meter zurückzulegen und damit in den meisten Fällen am Wild vorbei zu fahren, bevor dieses sich wieder in Bewegung setzt.

Der Erfolg der Studie ist beachtlich: Durchschnittlich 73 Prozent der Wildunfälle konnten durch diese einfache Maßnahme verhindert werden, insgesamt reicht die Spanne von 40 bis sogar 100 Prozent. Allerdings betrifft dies nur Wildwechsel bei Nacht, da nur bei Dunkelheit und Einfall von Scheinwerferlicht der Lichtzaun erzeugt wird. Aufgrund der Anbringungshöhe der Reflektoren reagieren auch nur Rehe und Wildschweine auf das bunte Licht.

Die Haiterbacher Jäger können sich inzwischen selbst von dem Erfolg überzeugen: Seit 2013 haben sie etwa 400 dieser Reflektoren in Haiterbach und den Teilorten platziert. Alle stark befahrenen und von größerem Wildwechsel betroffenen Straßen, welche über Straßenleitpfosten verfügen, wurden inzwischen mit den Reflektoren ausgestattet. Besonders auf der Strecke von Unterschwandorf zum Industriegebiet hat sich dies im Sinne der Verkehrssicherheit bezahlt gemacht: Aus zehn bis zwölf Wildunfällen mit Rehen und Wildschweinen pro Jahr wurden null, auf anderen Straßen sind die Ergebnisse ähnlich.

Die Initiative für diese Wildschutzmaßnahme ergriffen die ansässigen Jäger selbst. Sie finanzierten das Projekt außerdem aus eigener Tasche. Bei 5,80 Euro pro Reflektor belaufen sich die bisherigen Kosten für die Jäger damit auf rund 2300 Euro. Das sei es aber wert gewesen, so Jagdpächter Dieter Sitzler. Der Erfolg gibt ihm und seinen Kollegen recht – die Investition hat sich für Mensch und Tier gelohnt.

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