Männer der ersten Stunde des Kroatischen Kultur- und Sportvereins Komušina (heute KKK): Heinz Hiller (von links), Stepan Ponjavić, Jozo Babić, Marko Marić und Marko Grgić. Foto: Zabota

Der Kroatische Kultur- und Sportverein Komušina (KKK) Haiterbach hat das ganze Wochenende in der Festhalle gefeiert – mit viel Musik und Tanz. Anlass war das 50-jährige Bestehen.

Haiterbach - "Obljetnice" steht groß auf den Tischkarten der schön geschmückten Festhalle – zu Deutsch "Jubiläum". Der Kroatische Kultur- und Sportverein Komušina Haiterbach, kurz KKK, hat am Wochenende groß sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Von Freitag bis Sonntag gab es Einblicke in die Traditionen des Vereins mit heute rund 200 Mitgliedern.

Ein Verein als Familie, so sahen es die rund 30 jungen Leute aus dem damaligen Jugoslawien, die sich 1971 in Haiterbach zusammengefunden haben, um einen Verein zu gründen. Der heute 74-jährige Jozo Babić war von Anfang an dabei. 1970 kam er nach Deutschland, zunächst nach Bonn, dann fasste er 1971 in Haiterbach Fuß, nachdem er bei einem Automobilhersteller in Sindelfingen Arbeit gefunden hatte. Zunächst ging es um Fußball. Aber bei den Treffen im Waldhorn konnten sie kroatisch sprechen und Erfahrungen austauschen.

"Wir halten an unseren Wurzeln fest"

Der Verein als Familie, das gilt heute noch, sagt Ivica Miličević, der zweite Vorsitzende von KKK in seiner Begrüßung. "Wir halten an unseren Wurzeln fest", so Miličević, "aber wir tragen ›Haiterbach‹ mit großer Hochachtung in unserem Vereinsnamen."

Die Basketballer sind ein Aushängeschild

"Von ganzem Herzen" gratulierte Bürgermeister Andreas Hölzlberger. Er sei stolz auf die sportliche und kulturelle Arbeit des Vereins, der das Leben in der Gemeinde mit geprägt habe. Sie hätten sich ein Stück Heimat aufrecht erhalten, seien aber dennoch fester Bestandteil der Gesellschaft und der ehrenamtlichen Vereinsstruktur. Namentlich die Erfolge im Basketball seien ein sportliches Aushängeschild der Stadt.

Im August sind alle "zu Hause"

Karin Killinger aus dem Vorstand des Liederkranz Haiterbach überbrachte die Grüße der Haiterbacher Vereine. Sie zeigte sich beeindruckt, wie die Leute die Heimat hier und das Zuhause in Komušina verbinden: "Und im August seid ihr dann alle zu Hause." Zu Hause ist für viele der Haiterbacher Kroatischstämmigen das Dorf Komušina, heute im Zentrum von Bosnien-Herzegowina gelegen. Tatsächlich legen viele seiner "Landsleute" ihren Urlaub so, dass sie am 15. August, dem traditionellen katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt, "zu Hause" sind, erzählt Jan Rupčić, der bei KKK unter anderem für die Pressearbeit zuständig ist.

Garant für Integration und Gemeinschaftsgefühl

An die Zeit in Bosnien erinnert sich auch Heinz Hiller. Hiller war der erste Deutsche im Verein und lange Zeit Torschützenkönig. "Musik, Folklore, Spanferkel und Sliwowitz – die schönste Zeit war die in Slatina" (ein Dorf in Bosnien-Herzegowina, das wie Komušina heute zur Gemeinde Teslić gehört). Die Fußballspiele seien damals mit 200 bis 300 Zuschauern ein großes Ereignis gewesen. Den Verein sieht er als Garanten für Integration und Gemeinschaftsgefühl.

Gründungsmitglieder geehrt

Einige der Gründungsmitglieder vom Fußball sind noch da. Sie wurden am Samstag ebenso geehrt wie Gründungsmitglider der Basketballmannschaft. Beim Fußballspiel hat der Verein bald nach seiner Gründung tolle Erfolge gefeiert. In der damaligen "jugoslawischen Liga", vom Württembergischen Fußballverband organisiert, erkämpfte man die Meisterschaft. Ähnlich erfolgreich ist bis heute die 1996 gegründete Basketballmannschaft.

Publikum bejubelt Folkloregruppe

Diese und die Folkloregruppe sind heute die beiden wichtigsten Stützen des Vereins. Die Folklore-Gruppe führte am Freitagabend zwei Tänze auf, plus eine Zugabe. Zwei Jungen und etwa ein Dutzend Mädchen drehten sich zu den Klängen einer Šargija, einem traditionellen Musikinstrument des Balkan. Der Jubel der Zuschauer war riesig. Die Double M Band gestaltete danach mit kroatischem und internationalem Liedgut den Abend weiter.

Am Samstag stand ein Gottesdienst in der katholischen Kirche auf dem Programm, am Abend in der Festhalle dann Ehrungen von langjährigen Vorstandsmitgliedern. Die Sängerin Antonija Čerkez und der Comedian Mihael Rako sorgten für Stimmung gesorgt.