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Haiterbach Berufsfindung benötigt genug Vorlauf

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Gabelstapler-Fahren bei der Speditions-Firma Schuon. Der erkundete Beruf: Fachkraft für Lagerlogistik. Foto: Schwarzwälder Bote

Die Berufsorientierung muss möglichst früh angegangen werden. Das ist die Erfahrung der Burgschule Haiterbach, die jetzt wieder praktisch ungesetzt wurde.

"Was soll beruflich aus mir werden?", fragen sich viele Jugendliche häufig kurz vor dem Schulabschluss. Diese Frage komme dann viel zu spät. Die Berufsfindung setze eine längere Periode der Berufsorientierung voraus. Die Burgschule Haiterbach hat ein Konzept zur Berufswegeplanung erarbeitet, wofür sie mehrfach das Siegel "Berufsorientierung in Schulen" (BoriS) erhielt. Das Konzept wird ständig überarbeitet und optimiert, um den Jugendlichen von heute gerecht zu werden.

Das Land Baden-Württemberg hat mit der Einführung des Faches Wirtschafts-, Berufs- und Studienorientierung (WBS) in allen weiterführenden Schularten hier einen Schwerpunkt gelegt. "Doch die Berufswegeplanung muss schon viel früher und umfangreicher starten", sagt Schulleiterin Sybille Rothe.

An der Burgschule Haiterbach fanden so vor kurzem die Berufetage statt. In den Klassen 5 und 6 wurden überwiegend von den Bildungspartnern mehrere Berufe vorgestellt: Die Schüler erhielten nicht nur theoretische Informationen über das jeweilige Berufsbild, sondern durften auch praktisch aktiv werden und verschiedene typische Handgriffe unter Anleitung ausüben.

"Besonders die praktischen Erfahrungen machen einen Beruf interessant. In der heutigen Gesellschaft haben die virtuellen Eindrücke oft einen höheren Stellenwert als die Alltagspraxis. Doch das Gesehene bleibt in der Regel nicht so gut im ›überfüllten Merkspeicher‹ wie das Erlebte", schildert Rothe.

Aus diesem Grund ergänzen zahlreiche weitere Bausteine die Berufswegeplanung: ein Berufeparcours, bei dem die Schüler bei typischen Handlungen und Praxisaufgaben ihre Fähig- und Fertigkeiten ausprobieren können, die gesetzlich vorgeschriebene Kompetenzanalyse in Klasse 7, Besuche im Berufsinformationszentrum, in der Berufsschule und von Jobmessen, die Berufsberaterin vor Ort in der Schule, das Bewerbertraining in Klasse 8, die Organisation der schuleigenen Jobmesse, die "Werkstatt-Tage" an der Berufsschule sowie mehrere Praktika unterm Jahr.

Ein besonderer Höhepunkt für die Klassen 7 und 8 sind die jährlichen Betriebserkundungen. Durch die enge Kooperation mit den Bildungspartnern und ortsansässigen Betrieben entstand im Laufe der Jahre eine gelungene Verzahnung, so dass viele Schulabsolventen bei guter Praxistauglichkeit auch mit weniger glänzenden Schulnoten eine Ausbildungsstelle erhalten können.

Passende Schulart soll Leben erleichtern

Dennoch äußert sich Rektorin Rothe betrübt: "Vielen Eltern ist nicht bewusst, dass die Berufsorientierung bereits in Klasse 5 altersadäquat starten muss. Insbesondere Schülern, denen die Lernerei nicht so liegt, könne mit dem Besuch der passenden Schulart das Schulleben leichter gemacht beziehungsweise psychischen Belastungen vorgebeugt werden. Mit dem Hauptschulabschluss Ende Klasse 9 ist nicht Schluss!"

Die Schulleiterin begeistert sich für ihre Schüler, die in den kleinen Klassen optimal gefördert würden. Es gebe weder eine Unter- noch eine Überforderung. "Die meisten Schüler lernen frustfrei und mit Freude – und viele sind aufgrund ihrer guten Leistungen so motiviert, dass sie nach dem Hauptschulabschluss noch weitere Qualifizierungen anhängen. Mit einem guten Berufsabschluss ist die Mittlere Reife erreicht. Die anschließenden Weiterbildungen lassen viele Möglichkeiten zu. Nicht wenige Burgschule-Absolventen haben sogar ihr Abitur gemacht und ein Studium abgeschlossen."

"Dass viele Eltern ihre Kinder an der falschen Schulart durch die Schulzeit ›quälen‹, nur weil sich der Schulartname anscheinend höherwertig anhört", kann Rothe nicht nachvollziehen.

Rothe appelliert an die Vernunft der Eltern und hofft, dass sich auch für ihre Sekundarstufe ab Klasse 5 wieder genügend Schüler finden.

Gemeinsam mit den beiden Kooperationsschulen, der Hohenbergschule WRS Altensteig und der Rolf-Benz-Schule BS Nagold, stellen Schüler der Klasse 9 am 28. März auf der Bildungsmesse didacta in Stuttgart im ›Gläsernen Klassenzimmer‹ die Werkstatt-Tage vor.

Für interessierte Schüler der Klassen 4 und deren Eltern bietet die Burgschule Haiterbach individuelle Kennenlerntermine an.

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