Ein Weihnachtsbaum, voll behangen mit Kinder-Wünschen stand diesen Dezember zum ersten Mal im Eingangsbereich des Rathauses. Eine Aktion der Stadtverwaltung und der evangelischen Kirchengemeinde mit Unterstützung des Jobcenters Balingen.
Der Gedanke hinter diesen von Sneska Schmoll aus Owingen gestarteten Aktion war so simpel wie genial. Kinder aus Familien, in denen Weihnachtsgeschenke einen großen finanziellen Kraftakt bedeuten oder erst gar nicht möglich sind, durften auf einen kleinen Stern einen Wunsch zu Weihnachten schreiben – vorausgesetzt er überschritt einen Warenwert von 30 Euro nicht.
Sponsoren wurden gar nicht gebraucht
Diese Sterne wurden dann zur Abholung an einen großen Weihnachtsbaum im Rathaus gehängt. Weil man mit so einer Aktion in der Stadt allerdings noch keinerlei Erfahrung hatte, besorgte man sich vorsorglich im Vorfeld einen Kreis von Sponsoren. Mehrere örtliche Firmen hatten sich bereit erklärt, die Wünsche zu übernehmen, falls zu wenige Leute aus der Haigerlocher Bevölkerung einen Stern abholen sollten.
Doch diese Sorge war letztlich unbegründet. Die Firmen wurden gar nicht gebraucht. 155 Sterne hingen ab Anfang November an der prächtigen Weihnachtstanne im Eingang zum Rathaus. „Drei Tage später waren schon alle abgeholt“, berichtet Angela Winkler vom Kultur- und Tourismusbüro der Stadt gegenüber unserer Zeitung. Sie hatte die Aktion bei der Stadt koordiniert.
Wünsche alles anderes als abgehoben
Aber nicht nur Bürger und Bürgerinnen machten mit, auch Vereine, Schulklassen oder die Haigerlocher Feuerwehrabteilungen waren auf die Wunschbaumaktion aufmerksam geworden und holten sich Sterne ab, um Kinderwünsche zu erfüllen.
Die waren gar nicht mal sonderlich abgehoben: „Es gab Wünsche nach Bettwäsche oder Winterbekleidung nach Größe und Alter“, erklärt Angela Winkler. Auf einem Stern stand offenbar auch der Wunsch nach einer Jeanshose – gerne auch gebraucht.
Ein großer Teil der Geschenke ging ins Diasporahaus nach Bietenhausen, wo die Kinder zwar gut betreut sind, die limitierten Ausgabemöglichkeiten pro Kind aber auch keine Luftsprünge zulassen. Aber auch 35 Familie waren mit dabei.
Aktion könnte 2025 wiederholt werden
Am Donnerstag vor Weihnachten durften die Geschenke dann im Kultur- und Tourismusbüro abgeholt werden – unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um die Privatsphäre der Betroffenen zu wahren. Nun sind nur noch ganz wenige Geschenke übrig, die entweder noch im Januar abgeholt werden können. Entsprechende E-Mails hat Angela Winkler bereits verschickt. Falls sich niemand meldet, werden man diesen Rest eventuell dem Kindergarten spenden meint sie. Für sie war die Aktion auf jeden Fall ein Erfolg: „Sie hat gezeigt, dass die Menschen ein Herz haben.“ Auch Sneska Schmoll ist zufrieden: „Es hat alles wunderbar geklappt, das schreit doch nach einer Wiederholung.“ Gut möglich also, dass sich an Weihnachten 2025 wieder Kinderwünsche erfüllen.