Verwaltungsspitze und Gemeinderat denken darüber nach, in welchem Umfang Ortschaftsverwaltungen künftig noch geöffnet sein sollen.
In Owingen könnte man von einer Reduzierung sogar profitieren. Das klingt angesichts der Sparpläne der Stadtverwaltung kurios. Aber weil die Ortschaftsverwaltung in Owingen seit März dieses Jahres überhaupt nicht mehr besetzt ist, würde selbst eine Reduzierung der Öffnungszeiten in Owingen eine Verbesserung bringen.
Wie das? Nun, in den großen Stadtteilen – also in Gruol, Owingen, Stetten und Trillfingen – sind die Verwaltungsstellen derzeit mit 50 Prozent besetzt. Diese Besetzung soll auf 35 Prozent reduziert werden.
0,35 sind immer noch besser als Null
Die Aussicht auf eine 0,35-Rathhaus-Stelle in Owingen wäre immer noch besser als der aktuelle Zustand mit null Öffnungszeit. Schon jetzt ist es nämlich so, dass wichtige Owinger Angelegenheiten – zum Beispiel die Gestattungen von Veranstaltungen – von der Ortschaftsverwaltung in Stetten miterledigt werden. Deshalb stimmte der Owinger Ortschaftsrat in seiner Sitzung am Montag für die Pläne der Stadtverwaltung, die unterm Strich die Personalkosten um rund 70 000 Euro senken soll.
Ein Versuch ist es wert
„Eine gewisse Präsenzzeit in Owingen muss schon sein“, findet Ortsvorsteher Karl-Heinz Binder und auch Ortschaftsrat Andreas Volm, pflichtete ihm bei. „Wichtig ist, dass überhaupt jemand da ist“, meinte er. Volm regte zudem an, in Haigerloch ein Bürgertelefon speziell für die Anliegen der Stadtteil-Bewohner einzurichten.
„Diesen Versuch kann man sicher wagen, wenn wir sehen, dass mehr Präsenz nötig ist, müssen wir halt einen Antrag stellen“, meinte Ratskollegin Gertrud Teller zu den Überlegungen der Stadtverwaltung.
Richard Schumacher fragte sich allerdings, ob ein Arbeitsplatz für eine Verwaltungsangestellte überhaupt noch attraktiv sei, wenn sie die ohnehin schon begrenzte Zeit auch noch zwischen zwei Ortschaften aufteilen müsse.
Harter Rat pocht auf Eingemeindungsvertrag
Der Ortschaftsrat Hart wiederum, das zeigte die Debatte in dessen Sitzung, wäre eigentlich für die Beibehaltung der bisherigen Regelung. Er möchte sich den Sparbemühungen der Stadtverwaltung aber nicht komplett widersetzen und stimmte nach intensiver Diskussion, einer Reduzierung des Stellenumfangs in Hart auf 0,15 Stellen zu.
Weil aber die Eingliederungsverträge weiterhin Gültigkeit haben und eine völlige Abschaffung der Ortschaftsverwaltungen nur mit Zustimmung der jeweiligen Ortschaftsräte möglich ist, beschloss das Harter Gremium jedoch auch, einer Abschaffung beziehungsweise Schließung der Ortschaftsverwaltung in Hart nicht zuzustimmen und auf die Erhaltung der örtlichen Verwaltungsstelle gemäß Eingliederungsvertrag zu bestehen.
Im Gemeinderat war das Thema unter dem Stichwort „Optimierung der Ortschaftsverwaltungen“ übrigens schon zwei mal nicht-öffentlich behandelt worden.