Mitten im Grünen, auf dem Haigerlocher Schlossfeld, sitzt eines der innovativsten Unternehmen im Stadtgebiet. Hier wird an Lösungen für intelligente Energiesteuerungen gearbeitet.
Das Zauberwort, an dem in dieser idyllischen Arbeitsumgebung gearbeitet wird, heißt „Smart Metering“ und dafür benötigt man Steuergeräte, so genannte Gateways (siehe Info-Rubrik).
Im inzwischen über 100-jährigen Haigerlocher Familienunternehmen Theben – ein Spezialist für intelligente Gebäudesteuerungssysteme – hat man die Zeichen der Zeit schon früh erkannt und bereits 2011 mit der Entwicklung eines leistungsfähigen Smart Meter Gateways begonnen. Das dabei entstandene Theben-Gateway trägt den griffigen Namen „CONEXA“.
Theben ist einer von fünf Gateway-Herstellern in Deutschland
Weil es sich um ein hochsensibles Arbeitsfeld handelt, in dem die Daten und deren Übermittlung vor etwaigen Hacker-Angriffen geschützt werden müssen, erfolgt nahezu jeder Entwicklungsschritt in enger Abstimmung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Auch mit dem Fraunhofer-Institut oder der Fachhochschule in Albstadt wird eng zusammengearbeitet.
Seit dem Jahr 2020 ist das Haigerlocher Unternehmen einer von fünf in Deutschland zertifizierten Herstellern von Smart Meter Gateways. Unter diesen hat sich Theben Platz zwei erkämpft.
Tochtergesellschaft im Mai 2023 gegründet
Damit nicht genug: Die Entwicklung dieses Geschäftsbereiches erschien der Theben AG so vielversprechend, dass sie den anfänglichen Business-Unit auf eigene Beine gestellt und im Mai 2023 mit der Theben Smart Energy eine 100-prozentige Tochtergesellschaft gegründet hat.
Sie setzt die bisherigen Arbeiten rund um das Smart Meter Gateway „CONEXA“ sowie den zugehörigen Systemeinheiten (Steuerboxen und Mehrwertmodule) fort. Zu ihrem Geschäftsführer wurde Ruwen Konzelmann ernannt, ein Mann mit „Stallgeruch“, der die Entwicklung von Smart Metering in der Firma von Anfang an begleitet hat. Seit neun Jahren leitet er den anfänglichen Business-Unit bei Theben und jetzt eben die Firmen-Tochter.
Nach Angaben von Theben-CEO Paul Sebastian Schwenk hat sein Unternehmen in den vergangenen 15 Jahren in den Bereich Smart Metering Gateways rund 30 Millionen Euro investiert und wenn auch gerade in jüngster Zeit die allgemeine konjunkturelle Lage in Deutschland und in Europa auch einer Firma wie Theben zugesetzt hat, das junge Start-Up ließ man das nur wenig spüren.
Junges Start-Up hat inzwischen 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Oberhalb des Haigerlocher Schlosses arbeiten mittlerweile rund 75 überwiegend junge Leute an der digitalen Energiewende. In Zusammenarbeit mit Interstuhl aus Tieringen wurden für sie in den Schlossfeld-Gebäuden ein Arbeitsumfeld geschaffen, dass dem heutigen Verständnis von modernem Arbeiten absolut entspricht. Neben ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen mit höhenverstellbaren Schreibtischen gibt es einige Bereiche, in die sich Teams zu Besprechungen zurückziehen können. Die Möglichkeit zum Arbeiten im Home-Office ist ebenfalls Standard.
Dass man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Schlossfeld ein attraktives Arbeitsumfeld bietet, ist dem Geschäftsführer wichtig, denn aus seiner Sicht ist es eine „spannende und ultrakomplexe Aufgabe, die Energie-Infrastruktur in Deutschland umzubauen.“
Ehrgeizige Produktions- und Umsatzziele
Und eine, deren Entwicklung sich auch in Zahlen ablesen lässt: seit 2023 baut Theben CONEXA-Gateways im Bereich von sechsstelligen Stückzahlen. Bald sollen es jährlich eine Million sein. Bis 2030 gibt es laut Konzelmann in Deutschland 28 Millionen Einbaufälle, von denen 16 Millionen gemanagt und gesteuert werden müssen. Den größten Energieversorger aus Deutschland hat die Smart Energy GmbH mittlerweile als Partner gewonnen. Angesichts dieser Voraussetzungen erscheint das von der Firma angestrebte Umsatzziel von mehr als 100 Millionen Euro jährlich nicht utopisch.
Und selbst auf den europäischen Markt schielt die Smart Energy inzwischen schon ein bisschen. Zwar ist die Umsetzung eines cybersicheren Smart Grid (intelligentes Netz) noch nirgends so weit fortgeschritten wie in Deutschland, in Holland, in der Schweiz und in Österreich so Konzelmann, gibt es aber bereits Ansätze, die sich an dem Modell in Deutschland orientieren.