Thomas, Lisa und Patricia Nell (von links) sowie Eva Müller bescherten dem Publikum ein mitreißendes Konzert. Foto: Max Bäuerle

Classic meets Pop in der St.-Michaels-Kirche in Stetten mit Patricia und Lisa Nell, Gesang, Thomas Nell an der Trompete und Eva Müller an der Orgel – ein Hörgenuss.

Classic meets Pop – und es klingt formidabel. So lautet das Fazit des Crossoverevents im Rahmen der Haigerlocher Schlosskonzerte in der St.-Michaels-Kirche in Stetten mit den Sängerinnen Patricia und Lisa Nell, Trompeter Thomas Nell und Eva Müller an der Orgel. Dabei glänzten alle vier Protagonisten und bescherten dem Publikum in der gut gefüllten Kirche einen unvergesslichen Nachmittag und Abend. ​

 

Agiert wurde zumeist auf der Empore, lediglich Thomas Nell war auch einmal im Kirchenraum zu bewundern, als er seiner Trompete wundervolle Klänge entlockte. Das Spektrum der Titel wurde gegen Ende sogar um die Kategorien Rock und Metal erweitert.

Gemeinsam gesanglich im Einsatz

Vor allem der Kompositionen von Georg Friedrich Händel nahm man sich besonders an, so auch gleich zu Beginn bei der Ouvertüre aus der „Suite für Trompete und Orgel“. Im weiteren Verlauf des Konzertes krönte Patricia Nell mit ihrer wunderschönen Sopranstimme Händels ergreifendes und prachtvolles „Eternal Source“ und auf bedächtige und tiefgehende Weise auch dessen Sopran-Arie „Er weidet seine Herde“ aus dem Oratorium „Messias“.

​Bei „Eternal Source“ brillierte Thomas Nell mit hohen Trompetentönen, und bei beiden zuletzt genannten Stücken war auch Organistin Eva Müller gefragt. Bei einigen Werken waren gar Lisa und Patricia Nell, sowie Eva Müller gemeinsam gesanglich im Einsatz und veredelten a cappella die Komposition „Hinabschauend“ von Luise Adolphe Le Beau, und, inklusive zusätzlichem Orgelspiel, das traumhafte, mit tollen Harmonien versehene „Afterglow“ des britischen Popstars Ed Sheeran.

Unter die Haut gehend

​Eva Müller demonstrierte bei der „Toccata in F-Dur für Orgel“ die Vielfalt der Klangfarben einer Orgel und beeindruckte auch bei Mendelssohn-Bartholdys „Präludium für b-Moll“ alleine auf ihrem Instrument. Bei ihren Solostücken setzte sie zumeist flott und filigran sowie druck- und klangvoll Akzente. Das berühmte „Amazing Grace“ wiederum bot traumhaft schöne, druckvolle und auch strahlende Trompetenklänge und unter die Haut gehenden Gesang, ein absoluter Hörgenuss.

​Dem stand der Popsong „Hold On“ von Adele in nichts nach, bot von dezent bis voluminös so einiges und verpasste vermutlich einigen Zuhörern eine Gänsehaut. Zu einem Tagtraum lud man die Zuhörer beim sehnsuchtsvollen, emotionalen „Daydream“ ein, um bei Elton Johns „Can You Feel The Love Tonight“ die bekannten melodischen Passagen des Stücks gut zur Geltung zu bringen, auch mittels des Trompetenspiels. ​

Begeistertes Publikum

Die Ballade „Fix You“ von Coldplay und der Metallica-Welthit „Nothing Else Matters“ wurden so berührend und vielschichtig vorgetragen, dass die Originalinterpreten bei Anwesenheit stolz auf die Künstler gewesen wären. Beim teils gefühlvollen, teils rhythmischen „Feels Like Falling In Love“ von Coldplay sangen und klatschten das Publikum mit und durfte auch alleine seine gesanglichen Fähigkeiten unter Beweis stellen.​

Thomas Nell legte hier seine Trompete beiseite, um, wie auch bei einigen anderen Titeln, das Cajón zu spielen. Mit zwei famosen Zugaben entließ man das begeisterte Publikum in den Sonntagabend.​