Die Bioenergie-Genossenschaft Bittelbronn will sich für die Zukunft rüsten und braucht auf ihrer Bioenergieanlage im Gewann „Bauernfeld“ etwas zusätzlichen Platz für bauliche Erweiterungen.
Diesem Wunsch ebnete der Haigerlocher Gemeinderat in seiner letzten Sitzung im alten Jahr den Weg, indem er die Aufstellung eines extra den Belangen der Genossenschaft BioEnergie angepassten Bebauungsplanes „Bioenergiezentrum Bittelbronn“ beschlossen hat.
Auf der Basis dieses modifizierten Bebauungsplans (es ist bereits die zweite Änderung) müssen nun die Umweltauswirkungen der geplanten Erweiterungen und etwaige naturschutzrechtlich erforderliche Ausgleichsmaßnahmen bilanziert werden. Nachdem all diese Informationen vorliegen, kann der Bebauungsplan zu einem späteren Zeitpunkt dann vom Gemeinderat beschlossen werden.
Die Kosten für dieses Bebauungsplanverfahren und die Ausgleichsmaßnahmen hat übrigens der Planveranlasser zu tragen. Die Stadtverwaltung wird darum eine entsprechende Kostenvereinbarung mit der Genossenschaft BioEnergie Bittelbronn treffen.
BioEnergie will mehr vom erzeugten Gas speichern
Soweit zu den Rahmenbedingungen, worum geht es aber konkret? Die BioEnergie Bittelbronn eG versorgt inzwischen mehr als 140 Haushalte in Bittelbronn mit Nahwärme und schließt jährlich etwa fünf Gebäude neu an das örtliche Nahwärmenetz an. Vor allem in den Wintermonaten und bei Nacht, wenn der Strombedarf durch erneuerbare Energien in Form von Solar- und Photovoltaikanlagen nicht gedeckt werden kann, ist die Nachfrage nach Strom und Wärme aus dem Nahwärmenetz jedoch höher, als auf der Biogasanlage hergestellt werden kann. Aus diesem Grund will die Genossenschaft ihre Gasspeicherkapazitäten erweitern und zudem bestimmte Arbeitsabläufe optimieren. Geplant ist deshalb die Erweiterung der Biogasanlage um eine Fläche von knapp 0,3 Hektar in westliche Richtung. Dort sollen ein zusätzlicher Gasspeicher, ein weiteres Endlager für Gärreste, ein Warmwasserpuffer sowie ein weiterer Lagerplatz (Silo) gebaut werden.
Regionaler Grünzug kein Hindernis
Der vorgesehene Erweiterungsbereich liegt laut Flächennutzungsplan der Stadt zwar in einem so genannten „regionalen Grünzug“, hat aber mit 30 Metern eine so geringe Tiefe, dass hier der übliche Vorrang eines solchen Freiraumes zurückgestellt werden kann – zumal das Land ja den Ausbau der erneuerbaren Energien auch fördern will.
Wenige Tage bevor der Haigerlocher Gemeinderat sein Ja zur Aufstellung eines überarbeiten Bebauungsplanes und der Änderung des Flächennutzungsplanes gegeben hat, hat bereits der Bittelbronner Ortschaftsrat dem Vorhaben zugestimmt.