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Haigerloch Zum Erfolg braucht es oft einen langen Atem

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Endlich herrscht Leben in der Bude: Sechs Jahre haben die Schwalben gebraucht, um das Schwalbenhotel mit 42 Nestern in der Stettener Salinenstraße als Lebensraum zu entdecken.Foto: Kost Foto: Schwarzwälder Bote

Was lange währt: Der Schwalbenturm in Stetten war 2014 das allererste Schwalbenhaus-Projekt, welches der NABU im Zollernalbkreis umgesetzt hat. Doch lange Jahre wollte sich darin partout keine Schwalbe niederlassen. Jetzt hat’s endlich geklappt.

Haigerloch-Stetten. Es war schier zum Verzweifeln, während die meisten Folgeprojekte längst von Schwalben besiedelt waren, wollten in die rund 40 Nester, die der Turm bot, einfach kein einziger dieses an für sich weit verbreiteten Sommervogels einziehen. Man hatte sogar versucht die Vögel mittels akustischer Signale anzulocken und ihnen das "Hotel" schmackhaft zu machen. Vergeblich.

Woran die konsequente Verweigerungshaltung der Schwalben lag, darüber kann allenfalls spekuliert werden. Eine Erklärung: Schwalben bevorzugen lieber ein höheres Gebäude als den etwa fünf Meter hohen Nistturm. Und ein solches haben sie mit der ehemaligen Textilfabrik Edelmann und Amann in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihren Schwalbenhotel.

Jedenfalls machte sich der Stettener Ortschaftsrat schon im Herbst 2018 auf Anregung des NABU-Ortsvereinsvorsitzenden Herbert Fuchs erstmals Gedanken darüber, ob der Turm nicht an einer anderen Stelle im Ort besser platziert wäre. Allerdings wären auf die Stadt vermutlich Kosten zwischen 2500 und 3000 Euro für das Versetzen des Turmes, einen neuen Masten und ein neues Fundament zugekommen.

Als neuer Turm-Standort ins Spiel gebracht wurden seinerzeit ein Grundstück in der Ortsmitte neben der früheren Post. Außerdem sah man die Fläche, auf der einst die alte Gastwirtschaft "Sonne" stand, als geeignet an. Doch auf letzterem soll bekanntlich ein dreigeschossiges Gebäude mit Mietwohnungen entstehen.

Eine Entscheidung wurde jedenfalls nicht getroffen, ebenso wenig, als sich das Gremium im Mai 2019 erneut mit dem Thema befasste und in der Debatte wieder auf keinen Nenner kam. Dabei wurde sogar die Frage gestellt, ob der Turm überhaupt in Stetten stehen müsse.

Doch wenn man nur lange genug wartet, dann geschieht jedes Wunder. Und so auch in Stetten. Denn vor wenigen Tagen hat Ivo Lavetti eine überraschende Entdeckung gemacht. Seit dem Jahr 2000 hat er das alte Fabrikgebäude in der Salinenstraße gepachtet und vertreibt dort aktuell Bürostühle. Als er vergangene Woche morgens vor die Tür trat, hat er eine stattliches Geschwader aufgeregt zwitschernde Schwalben entdeckt, die nicht nur auf Futtersuche waren, sondern auch in die Nistlöcher des Turmes ein- und ausflogen.

"Endlich scheinend die fidelen Luftakrobaten den Sinn dieses komfortablen Angebotes verstanden zu haben", freute sich der Geschäftsmann und drehte gleich ein kurzes Video, das im Internet auf YouTube zu sehen ist. Auch der NABU Haigerloch freute sich natürlich über diese Überraschung und vermeldete sie in seinem Newsletter und auf seiner Homepage.

Schwalben und auch andere Vögel sind bei Ivo Lavetti gern gesehene Gäste und dafür hat ihm der NABU bereits 2017 die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" verliehen, weil sich an seinem Gebäude über 100 Naturnester befinden. "Unser Dach ist praktisch dauervermietet, wenn die Schwalben im Herbst gehen, dann ziehen die Spatzen ein", scherzt er.

Ende gut, alles gut: Über eine Versetzung des Schwalbenhotels braucht man sich vorerst jedenfalls keine Gedanken zu machen.

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