Lässt sich die Erddeponie "Grund" bei Stetten mit Erdaushub aus dem Projekt S21 auffüllen und damit Geld verdienen? So mir nichts, dir nichts lasse sich diese Vorstellung mancher Gemeinderäte nicht umsetzen, meint Bürgermeister Heinrich Götz Foto: Kost/Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

An der Auffüllung der Erddeponie bei Stetten mit S21-Aushub scheiden sich nach wie vor die Geister

Von Thomas Kost

Haigerloch-Stetten. Die Verfüllung der Erddeponie bei Stetten mit unbelastetem Erdaushub ist und bleibt ein politischer Dauerbrenner. Sowohl am Dienstag im Gemeinderat als auch zwei Tage später im Städtischen Ausschuss wurde darüber diskuiert.

Es gab sogar den Vorschlag, dazu eine Informationsveranstaltung zu machen und die Bürger nach ihrer Meinung zu fragen.

Dass Bürgermeister Heinrich Götz in dieser Angelegenheit eher skeptisch ist, wurde jedoch in beiden Sitzungen deutlich. Nach Auffassung des Bürgermeisters werde leichtfertig suggeriert, dass sich mit Erdaushub schnell viel Geld verdienen lasse. Dort wo die Auffüllungen bereits stattfänden (im Kreis Rottweil) oder aber geplant seien (in Talheim bei Horb) handle es sich laut ihm um Rekultivierungsflächen und nicht um Deponien, was ein großer Unterschied sei. Die Erddeponie "Grund" sei bisher lediglich zugelassen für Erdaushub aus dem Stadtgebiet. Wenn man darauf anderes Material unterbringen wolle – das laut Götz ebenfalls die Maßstäben von Deponierungsklassen erfüllen müsse – werde man die Deponie umwidmen oder zumindest einen Teil davon aufgeben und verpachten müssen. In beiden Fällen, so Götz, sei aber eine neue Genehmigung erforderlich. Ob diese aber überhaupt respektive unter welchen Bedingungen erteilt werde, steht für ihn in den Sternen. Auch der Steinbruch im Butzengraben – so er irgendwann einmal aufgegeben werden sollte – ist nach seinen Aussagen im Städtischen Ausschuss keine Alternative für Erdaushub aus Stuttgart 21, denn dafür gebe es bereits ein Rekultivierungskonzept.

Der Bürgermeister favorisiert deshalb eher eine Regelung mit dem Landkeis um die Deponie für kreisangehörige Bürger anbieten zu können. Aber er will auch nochmals Gespräche mit BauLog 21 führen, ein Zusammenschluss der drei Firmen Fischer aus Weilheim, UTL aus Konstanz und Gfrörer aus Empfingen speziell für das Projekt Stuttgart 21.

Im Gegensatz zu CDU-Stadtrat Karl-Heinz Schneider, der monierte, dass man schon drei Jahre diskutiere aber keine Lösung finde, sieht Götz noch keine Zeit verloren: Die Preise für Auffüllgebühren werden seiner Ansicht nach eher steigen als fallen.