Abschiedsgottesdienst: Pfarrgemeinderatsvorsitzender Paul Sauter bedankt sich für Glaubensimpulse

Der Anlass ist sehr traurig für Haigerloch. Dennoch kam am Sonntag beim feierlichen Abschiedsgottesdienst für die Weißen Väter in der Clemenskirche in Gruol keine bedrückte Stimmung auf.

 

Haigerloch. Denn schließlich ziehen die Patres nur nach Hechingen und sind somit für Haigerloch nicht aus der Welt. Dies rief Pfarrer Michael Storost den zahlreichen Gottesdienstbesuchern aus allen Gemeinden der Seelsorgeeeinheit in der Gruoler Kirche in Erinnerung. Die Gruppe "Voice", die den Gottesdienst musikalisch gestaltete, trug auch mit afrikanischen Rhythmen dazu bei, die Feier heiter zu gestalten.

Zahlreiche Patres hatten sich gemeinsam mit den beiden Haigerlocher Pfarrern Michael Storost und Dieter Mayer sowie den Diakonen Franz Haueisen und Peter Hipp am Altar versammelt, um den Festgottesdienst am Tage der Taufe des Herrn zu zelebrieren.

An dessen Ende ergriff der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Paul Sauter das Wort, der es sehr bedauerte, dass mit dem Wegzug der Weißen Väter jetzt das "Haigerlocher Tor zu Afrika" geschlossen werde. Aber, so Sauter, in Trauer zu verharren wäre gegenüber den Weißen Vätern nicht fair. Es gelte, ihren Abschied aus Haigerloch in Würde und Dankbarkeit zu gestalten.

Mehr als 100 Jahre lang hätten sie den Glauben aus Haigerloch hinaus und auch wieder zurück getragen und die Gemeinden der jetzigen Seelsorgeeinheit vorangebracht. "Die Weißen Väter haben die Gemeinde geeint", so der Pfarrgemeinderatsvorsitzende.

Ihr missionarischer Eifer, gepaart mit einer positiven Lebenseinstellung und afrikanischer Gelassenheit habe Haigerloch sehr gutgetan, und darauf blicke die Seelsorgeeinheit mit Dankbarkeit zurück. "Wir werden das, was Sie uns gegeben haben, sorgfältig hüten", versicherte Sauter.

Pater Rudi Pint, neuer Provinzial der Weißen Väter in Köln, dankte den Haigerlocher Patres für ihre mehr als 100-jährige Präsenz in Haigerloch und für die Ausbildung zahlreicher junger Menschen. Er bat die Gottesdienstbesucher, für die Weitere Verbundenheit der Weißen Väter mit Haigerloch zu beten.

Superior Pater Albert Schrenk sprach die Jahrzehnte lange Freundschaft und das große Mitgefühl an, das die Patres in den letzten Wochen erfahren hätten. Er sicherte den Haigerlochern zu, dass sie auch im Marienheim in Hechingen offene Türen vorfinden werden und dass auch dort weiterhin Verwandten- und Freundestreffen stattfinden könnten. Und außerdem: "Wir kommen immer wieder", versprach er. Die Patres wurden mit minutenlangem Applaus verabschiedet.