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Haigerloch Viele bleibende Spuren hinterlassen

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Egidius Fechter zeigte bei der Stadtführung am Sonntag, wo überall der vor 225 Jahre verstorbenen Bildhauer Johann Georg Weckenmann im Städtle seine Spuren hinterlassen hat. Vor allem In der Annakirche hat er zahlreiche Figuren geschaffen: Rechts ist der Altar mit dem Heiligen Fidelis zu sehen.Foto: Fechter Foto: Schwarzwälder Bote

Vom Marktplatzbrunnen zur St. Annakirche: Der Rokoko-Bildhauer Johann Georg Weckenmann hat in Haigerloch zahlreiche Spuren hinterlassen. Vor 225 Jahren ist der bei Riedlingen geborene Künstler in Haigerloch gestorben.

Haigerloch. Das Kultur- und Tourismusbüro der Stadt hat daher am vergangenen Sonntag eine öffentliche Stadtführung mit dem ehemaligen Kulturamtsleiter Egidius Fechter organisiert, an der etwa 20 Personen teilnahmen. Fechter begann seine Führung mit einem Zitat aus einem Zeitungsartikel von 1929, in dem Haigerloch mit einer schönen, aber launischen Frau verglichen und die Werke Weckenmanns in blumiger Sprache gepriesen wurden.

Am Marktplatzbrunnen wurde die schon etwas verwitterte Figur des Heiligen St. Nepomuk in Augenschein genommen. Hier machte Fechter auf die grobe Verarbeitung und das Fehlen von filigranen Verzierungen und Details aufmerksam. Der Grund: Die Brunnenfigur ist eine Nachbildung der Originalfigur, und da musste man wohl etwas sparen.

Die Originalfigur steht gut geschützt im Alten Pfarrhaus an der Schlosssteige. Das war die nächste Station, und die Gruppe konnte dort nach dem schweißtreibenden Aufstieg über die steilen Treppen den echten Nepomuk bewundern – natürlich unter Einhaltung der nötigen Abstandsregeln.

Von einem wenig rühmlichen Kapitel in der Vita des Bildhauers erzählt das ehemalige Gasthaus Schwanen: Dieses war früher im Besitz von Weckenmann. Er hatte es als Mitgift von seiner Frau bekommen. Sein Schwiegervater hatte das Gasthaus, das früher Ochsen hieß, aber so heruntergewirtschaftet, dass viele Schulden darauf lasteten. Die erbte Weckenmann mit, und er wurde sie Zeit seines Lebens nicht mehr los.

Die nächste Etappe war zweifellos die härteste: Das Städtle hinauf zur St. Annakirche, und das bei hochsommerlichen Temperaturen. Umso einladender war die Kühle in der schönen Kirche. Dort hat Weckenmann mehrere Figuren geschaffen, wie die Synagoga und die Ecclesia auf dem Altar, die die zentrale Figur der Anna Selbdritt einrahmen. Diese stammt aber noch aus der ursprünglichen St.-Anna-Kapelle. Markant sind auch die von Putten eingerahmten Figuren des Heiligen Meinrad und des Heiligen Fidelis an den Seitenaltären.

Auch die prächtigen Deckengemälde dort, die der Barockmaler Meinrad von Au schuf, erzählen viele Geschichten, die sich nicht nur streng an der Bibel orientieren. So hielt sich lange hartnäckig das Gerücht, dass auf dem zentralen Deckengemälde, auf dem Fürst Joseph Friedrich von Sigmaringen (der "Erbauer" der neuen Annakirche) den Kirchenplan an die Mutter Anna übergibt, auch die am Kirchenbau beteiligten Künstler Johann Georg Weckenmann Meinrad von Au und Baumeister Christian Großbayer zu sehen sind, denn neben dem Fürsten stehen drei Männer. An dieser Theorie gebe es aber inzwischen berechtigte Zweifel, so Fechter

Übrigens haben Mitglieder der Familie Weckenmann aus Dormettingen an der Stadtführung teilgenommen. Sie sind wohl nicht mit dem aus dem oberschwäbischen Uttenweiler stammenden Bildhauer verwandt, interessierten sich aber dennoch sehr für den begabten Namensvetter.

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