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Haigerloch Rhodesian Ridgeback doch nicht gefährlich?

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Ein Rhodesian Ridgeback. Foto: Pixabay

Haigerloch - Ein Hund, der vor kurzem von den Haigerlocher Kommunalpolitikern noch als gefährlich eingestuft wurde, erfährt jetzt aller Voraussicht nach seine volle Rehabilitierung: Der Rhodesian Ridgeback (RR).

Denn die Zeichen deuten darauf hin, dass die ursprünglich aus Südafrika und Simbabwe (dem früheren Rhodesien) stammende Hunderasse wieder von der Liste der gefährlichen Hunde gestrichen wird. Diese wurde erstmals in der Geschichte der Stadt Haigerloch aufgestellt und zusammen mit der neuen Hundesteuersatzung am 22. Oktober beschlossen.

Auf diese Liste hatte es der Rhodesian Ridgeback auf Antrag der Freien Wähler geschafft. FWV-Gemeinderätin Anne Judersleben war nach eigenen Recherchen zum Thema Hundesteuersatzung auf die Satzung der Nachbarkommune Hirrlingen gestoßen und hatte dort eine Liste mit gefährlichen Hunden gefunden, auf der auch der Rhodesian Ridgeback steht.

"Schnellschuss" des Gemeinderates?

Also gab sie eine entsprechende Anregung zur Aufnahme dieser Rasse in die Haigerlocher Liste mit gefährlichen Hunden. FWV-Fraktionssprecher Matthias Deppert stellte schließlich bei der Verabschiedung der Hundesteuersatzung einen entsprechenden Antrag, der auch von den anderen beiden Gemeinderatsfraktionen CDU und SÖL nicht groß hinterfragt und durchgewunken wurde.

Doch der Schuss ging nach hinten los. Wenige Tage nach Verabschiedung der Satzung meldete sich Gerda Nestel aus Hechingen als Halterin eines Rhodesian Ridgeback mit einem Leserbrief im "Schwarzwälder Boten" zu Wort und sprach von einem "unbedachten und überhitzten Schnellschuss" des Gemeinderates, der nun alle Besitzer von Rhodesian Ridgebacks in eine schlechtes Licht rücke.

Unterstützt in ihrer Meinung wird sie vom Rhodesian Ridgeback Club Deutschland (RRCD). Der 1976 gegründete RRCD ist der älteste Club in Deutschland, der sich mit der Zucht und Haltung von Ridgebacks befasst. Sowohl Halterin Gerda Nestel als auch die RRCD-Tierschutzbeauftragte Feli Großhans wiesen auf wichtige Fakten hin, die den Gemeinderäten bei der Beschlussfassung wohl nicht bekannt waren.

Denn auf der Hirrlinger Liste mit gefährlichen Hunden ist der Rhodesian Ridgeback wohl nur deshalb geraten, weil die Kommune die Rasseliste des Landes Bayern übernommen und nie mehr angepasst hat. Auf der bayerischen Liste stand der Ridgeback nämlich nur von 1992 bis 2002. Danach wurde er gestrichen, weil laut Feli Großhans die Hunde während dieser zehn Jahre wie vorgeschrieben einem Wesenstest unterzogen wurden, sich dabei aber kein einziger als gefährlich erwiesen habe.

Außerdem steht laut ihr der RR in keinem einzigen deutschen Bundesland auf einer Rasseliste. In der Hirrlinger Hundesteuersatzung ist der RR aber seit deren Inkrafttreten am 25. Juli 2000 und bis heute unverändert als gefährlicher Hund vermerkt.

Halter sollen Gemeinderat Informieren

Unter den Haigerlocher Gemeinderäten hat inzwischen offenbar der Umdenkungsprozess eingesetzt. Obwohl in der niedersächsischen Kleinstadt Barßel bei Bremen beheimat und gut 700 Kilometer vom Geschehen in Haigerloch entfernt, hat sich Feli Großhans nämlich die Mühe gemacht und sowohl mit Matthias Deppert als auch Anne Judersleben Kontakt aufgenommen. Es seien gute Gespräche gewesen, berichtet sie. Diese haben wohl auch etwas bewirkt: die Freien Wähler werden laut der RRCD-Tierschutzbeauftragten zu ihrer Fraktionssitzung vor der Zusammenkunft des Gemeinderats zwei Halter von Ridgebacks einladen, um sich genauer zu informieren.

Auch die CDU-Gemeinderatsfraktion hat nach "mehreren Rückmeldungen und Kritiken aus der Bevölkerung" reagiert. Der Haigerlocher Ortsvorsteher Michael A.C. Ashcroft wird deshalb bereits in der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag, 26. November, einen Antrag auf neuerliche Änderung der Hundesteuersatzung stellen, damit man den RR wieder von der Liste nehmen kann.

Über so viel Einsicht freut sich Feli Großhans: "Der Rhodesian Ridgeback ist die beste Hunderasse die ich kenne."

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