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Trotz eines überarbeiteten Bauantrages bleiben sie bei Nein zur SBR-Kleinkläranlage auf dem Salenhof

Mit seinem Plan, das Abwasser des Wohngebäudes auf der Domäne Salenhof in einer SBR-Kleinkläranlage zu reinigen und dann das Wasser über einen offenen Graben in den Grubbenbach abzuleiten, beißt der Antragsteller in zwei Ortschaftsräten weiterhin auf Granit.

Haigerloch-Hart/Trillfingen. Denn sowohl der Harter als auch der Trillfinger Ortschaftsrat haben in ihren jüngsten Sitzungen zum zweiten Mal einen Bauantrag dafür abgelehnt – auch wenn dieser vom Domänenbesitzer Freiherr von Ow inzwischen verbessert worden ist.

Das Thema war in beiden kommunalpolitischen Gremien bereits im Dezember 2019 aufgeschlagen. Der Hintergrund des seinerzeitigen Bauantrages: Die Genehmigung zur Abwassereinleitung in eine geschlossene Grube (mit anschließendem Abpumpen und Abtransport) lief aus. Der Anschluss an das öffentliche Kanalnetz erschien dem Domänenbesitzer jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nicht rentabel. Dafür müsste eine etwa 1,3 Kilometer lange Abwasserleitung gebaut werden, was mit Investitionskosten im sechsstelligen Bereich verbunden wäre – im Ortschaftsrat Trillfingen war seinerzeit die Rede von rund 170 000 Euro.

Als günstigere Alternative dazu ist stattdessen der Bau einer so genannten SBR-Kläranlage. Bei der "Sequenziellen Biologische Reinigung wird das Abwasser mittels Bakterien gesäubert. Auch solchen Kläranlagen wird grundsätzlich eine äußerst effektive Reinigungsleistung bescheinigt, und sie werden vom Gesetzgeber als Form der Abwasserentsorgung anerkannt und auch regelmäßig beprobt.

Doch woran sich sowohl der Harter und auch Trillfinger Ortschaftsrat seinerzeit störten, war die Ableitung des geklärten Abwassers über den Ohmengraben in den Grubbenbach, der bekanntlich durch die Harter Ortsmitte fließt, wo man ihn mit mehreren Brunnenbecken offengelegt hat. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass einer solchen SBR-Kläranlage die vierte Reinigungsstufe für die Beseitigung von Spurenstoffen (zum Beispiel Medikamentenresten) fehlt, wie sie öffentliche Kläranlagen zum Teil haben.

Diesen Bedenken wollte der Domänenbesitzer begegnen, indem er das Konzept für die geplante SBR-Kleinkläranlage aufgerüstet hat. Harts Ortsvorsteher Thomas Bieger stellte dies in der Ortschaftsratssitzung vor wenigen Tagen vor. Der Bauantrag ist nun um ein nachgeschaltetes, etwa zwölf Quadratmeter großes Pflanzenbecken erweitert, das für eine zusätzliche Reinigung des Abwassers sorgen soll.

Die zuständigen Fachämter am Landratsamt (Landwirtschaftsamt, Wasserwirtschaftsamt, Umweltamt), betonte Bieger gegenüber dem Harter Ortschaftsrat, würden dieses Konzept befürworten. Diese Haltung stieß jedoch im Gremium auf Unverständnis.

"Ich bin fassungslos", meinte zum Beispiel Jörg Biesinger. Diesem Vorhaben würde bedenkenlos zugestimmt, während man bei der Erschließung eines neuen Baugebiets kaum noch nachvollziehbare Forderungen für den ökologischen Ausgleich aufstelle. Ob hier nicht mit zweierlei Maß gemessen werde?, frage er sich deshalb.

Ortsvorsteher Bieger wies darauf hin, dass der Grubbenbach in einem Naturschutzgebiet entspringe, durch ein Biotop fließe und in der Harter Ortsmitte offenliege. Auch wenn der Bauantrag nun um das Pflanzenbecken erweitert worden sei, erkannte der Ortsvorsteher deshalb keinen Grund dafür, von der bereits vor 14 Monaten ausgesprochenen Ablehnung abzuweichen. Dieser Meinung folgte auch der Harter Ortschaftsrat.

Und dieses Votum erhielt erneut Solidarität seitens der Trillfinger Kollegen und Kolleginnen. Dort war das Baugesuch erst nach der Februarsitzung eingegangen, also ließ Ortsvorsteher Horst Henle im sogenannten Umlaufverfahren sein Gremium darüber befinden. Das Ergebnis: Der Trillfinger Ortschaftsrat entschied sich mehrheitlich gegen den Antrag zum Bau einer SBR-Kleinkläranlage auf dem Salenhof.

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