Unverantwortlich und wider aller Vernunft: Mit solchen Worten senkt der Naturschutz

Unverantwortlich und wider aller Vernunft: Mit solchen Worten senkt der Naturschutz den Daumen über 31 neue Bauplätze auf einer 12 000 Quadratmeter großen Streuobstwiese in Hart.

Haigerloch-Hart (tk). Die vorgelegten Maßnahmen für den Artenschutz seien unzureichend und entsprächen in keiner Weise dem vom Gesetzgeber geforderten Schutz der Streuobstbestände sowie des Biotopverbundes, so lautet das Resümee des Arbeitskreis Zollernalb des Landesnaturschutzverbandes (LNV).

In der elfseitigen Bewertung wird vor allem bemängelt, dass man im beschleunigten Verfahren eine Fläche bebauen möchte, die im Zuge der Flächennutzungsplanung der Stadt Haigerloch vor einigen Jahren aus Naturschutzgründen noch aus der Planung entfernt worden waren.

Kritik über der LNV auch an den angedachten Maßnahmen zur Kompensation der Verluste an natürlichen Lebensräumen. Die Maßnahmen seien gar nicht dazu geeignet, gewisse Teile der Eingriffe auszugleichen. Der Eingriff in den Naturhaushalt an dieser Stelle sei auch keineswegs zwingend, weil sehr wohl Alternativen vorhanden seien. Aufgrund der vorrangigen Bedeutung der Flächen für Vögel und Fledermäuse lehnen die Natur- und Umweltschutzverbände die Planung deshalb ab.

Die Ablehnung wird auch mit Zahlen belegt. Während der Baumbestand in Hart 1938 bei 5300 Obstbäumen lag, so seien es heute noch 1200 Bäume. Mit dem jetzt geplanten Baugebiet würde dieser zusammenhängende Obstbaumgürtel noch weiter zerstückelt. Und während die Einwohnerzahl von Hart zwischen 1950 bis 2018 nur um 100 Personen (430 zu jetzt 530) wuchs, habe sich die mit Einfamilienhäusern bebaute Fläche mehr als verdoppelt. Gleichzeitig stünden über ein Dutzend Häuser im Ortskern leer und seien zum Teil dem Verfall preisgegeben.  

Weitere Informationen: Die komplette Stellungnahme gibt es unter www.naturschutzbuero-zollernalb.de/Meinung/meinung.htm

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