Erst ein Nagelbrett setzte in der Nacht zum Freitag der Flucht eines 60-jährigen Autofahrers ein Ende. (Symbolbild) Foto: Chalabala/shutterstock

Betrunkener Autofahrer nach fast einstündiger Flucht gestoppt. Trotz Nebels rast 60-Jähriger mit bis zu 180 km/h.

Haigerloch-Stetten - Eine wilde Verfolgungsjagd hat sich in der Nacht zum Freitag ein 60-jähriger Autofahrer mit der Polizei geliefert. Nach einem fast einstündigen Katz- und Mausspiel zogen die Beamten dann die Notbremse - und stoppten den Flüchtigen auf der B 463 beim Salzbergwerk Stetten (Zollernalbkreis) mithilfe eines Nagelbretts.

Der 60-Jährige Fahrer eines Geländewagens war einer Streife gegen 3 Uhr im Ortszentrum von Empfingen aufgefallen und sollte daher kontrolliert werden. Ohne auf die Haltesignale der Polizei zu achten, flüchtete der Mann mit seinem Wagen, fuhr in Empfingen auf die B 463 und von dort weiter - bei Nebel und einer Geschwindigkeit von bis zu 180 Kilometern pro Stunde - an Haigerloch vorbei bis zur B 27 bei Bisingen.

Bei seiner Flucht benötigte der 60-Jährige teilweise die gesamte Fahrbahn und ließ sich auch durch den Streifenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn nicht irritieren. Beim Überholen eines in Richtung Balingen fahrenden Lastwagens kam es zudem zu einer gefährlichen Situation mit einem entgegenkommenden Lkw - glücklicherweise jedoch zu keinem Unfall.

Mann rast von Empfingen bis Bisingen - und wieder zurück

An der B 27 angekommen, fuhr der flüchtende Renault-Fahrer dann zunächst Richtung Tübingen, wendete dann jedoch an der nächsten Ausfahrt der B 27 bei Bisingen, fuhr zurück Richtung Balingen und schließlich wieder über die B 463 in Richtung Empfingen.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Renault-Fahrer selbst einen Unfall verursacht oder andere Verkehrsteilnehmer in einen schweren Unfall verwickelt, wurde die Fahrt des 60-Jährigen im Bereich des Salzbergwerks Haigerloch-Stetten um 3.50 Uhr unter Verwendung eines Nagelbretts, einem sogenannten "Stop Stick", beendet.

Wie sich dann herausstellte, war der Fahrer des Renaults Koleos betrunken. Nach einer Blutentnahme im Krankenhaus Balingen musste der Mann seinen Führerschein abgeben. Nun kommt auf ihn ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung und Trunkenheit im Straßenverkehr zu.

Die Polizei sucht nun die beiden Lastwagenfahrer, die bei dem Überholvorgang am Freitagmorgen gegen 3.40 Uhr auf der B 463 bei Haigerloch von dem Renault-Fahrer gefährdet wurden. Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0741/348790 mit der Verkehrspolizei Zimmern ob Rottweil in Verbindung zu setzen.

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