Der Reitplatz in der Ortsmitte befeuert die Diskussionen. Foto: Kost Foto: Schwarzwälder-Bote

Kritik an privatem Reitplatz in Bittelbronn hält an

Haigerloch-Bittelbronn. (tk) Alles Glück dieser Erde liegt nicht für jedermann auf dem Rücken der Pferde. Die Diskussionen um den Reitverein und hauptsächlich um den Betrieb eines privaten Reitplatzes in der Bittelbronner Ortsmitte nehmen an Schärfe zu. Am Montag meldete sich der betroffene Nachbar im Ortschaftsrat zu Wort.

 

Der 75-Jährige Theodor Hartweg war mit seiner Ehefrau in die Sitzung gekommen, um in der Bürgerfragestunde massive Beschwerden gegen den vom Landratsamt genehmigten Platz los zu werden und auch auf Äußerungen von Volker Müller vom Reit- und Fahrverein und die Berichterstattung in der Presse zu reagieren.

Für ihn haben die Auswirkungen des Reitbetriebs auf dem Platz direkt neben seinem Grundstück die Grenzen des Zumutbaren überschritten. Als Beispiel für die Beeinträchtigung seiner Lebensqualität sprach Hartweg im Ortschaftsrat von einem Samstagabend, an dem "40 bis 50 Leute" auf dem Reitplatz waren.

Als weiteres Argument führte er Geruchsbelästigung durch Pferdemist ins Feld, der in unmittelbarer Nähe zu seinem Haus auf dem Boden gelagert werde. "Es stinkt so, dass man nicht mehr normal leben kann", betonte er. Außerdem verursache das "Hackschnitzelzeug" auf dem Platz Staub.

Der Anlieger wurde aber noch deutlicher. Der Platz sei auf etwa 2,50 Meter Tiefe abgegraben worden. Dadurch sei die im Lageplan eingetragene 18 Meter lange Stützmauer an seinem Grundstück gefährdet, weil die Abgrabung unter die Fundamente seines Hauses reiche. Eine Situation, von deren Unzulässigkeit Hartweg überzeugt ist. Insgesamt zeigte er sich enttäuscht darüber, dass keine Behörde reagiere – trotz mehrerer Anzeigen. Dass das Landratsamt den Reitplatz genehmigt habe, weil er sich angeblich in den dörflichen Charakter Bittelbronns einfügt, mag er ohnehin nicht verstehen. Hartweg: "Wir sind doch kein Dorf auf der Schwäbischen Alb." Auch eine Genehmigung für den Reitverein, den Reitplatz beim Sportplatz nutzen zu dürfen, so ist er sich sicher, würden die Probleme auf dem innerörtlichen Reitplatz nicht lösen, weil er ja privat weiterbenutzt würde.

Ortsvorsteher Gerd Klingler hörte sich die Vorwürfe an und wiederholte, dass man als Ortschaftsrat einstimmig gegen den Reitplatz mitten im Ortskern gewesen sei, weil man die Probleme gesehen habe. Er will nun mit dem Landratsamt Kontakt aufnehmen, ob alle gemachten Auflagen auch eingehalten werden. Auch der Ortschaftsrat empfand die Beschwerden als so massiv, dass man etwas unternehmen müsse.