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Haigerloch Mehr als ein bisschen Grün

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Kunstunterricht im Grünen: Zehntklässler des Gymnasiums gestalten mit der Konstanzer Künstlerin Rebecca Koellner (rechtes Foto, vorne Mitte) Bäume bei der Ölmühle mit Spruchbändern. Foto: Fechter Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Birgit Fechter

Haigerloch. Bäume als Plattform für Kunst-Installationen: Die zehnte Klasse des Haigerlocher Gymnasiums beteiligt sich an der Aktion "KlimaKunst Schule", das vom Bundesumweltministerium gefördert wird.

Dafür gestalten die Schüler mit ihrer Kunsterzieherin Judith Lenz und der Konstanzer Künstlerin Rebecca Koellner Bäume mit Spruchbändern. Ausgesucht wurden sowohl Bäume auf dem Schulgelände als auch an der Ölmühle, was dem Projekt größeres Publikumsinteresse bescheren soll.

Die Rinde der Bäume wird dabei nicht beschädigt, im Gegenteil: Die Spruchbänder werden mit einem Pflanzenstärkungsmittel an den Bäumen befestigt, erklärt Koellner. Dadurch werden die Bäume symbolisch unterstützt und geschützt, ein wichtiger Aspekt für das Projekt, denn Bäume sind für eine Stadt "mehr als ein bisschen Grün".

Koellner selbst hat die Sprüche entworfen. "Baumstücke" nennt sie die Installation. Die Texte handeln vom Umgang mit der Natur. "Jeder Schuss im Wald erschreckt Dich", lautet etwa ein Spruch, oder: "Tanze mit mir durch den Wald".

Für Kunsterzieherin Judith Lenz geht die Aktion jedoch über den Umweltschutz-Aspekt hinaus. Sie sieht darin eine Chance, Schülern zu verdeutlichen, was moderne Kunst eigentlich ist, warum sie so teuer ist und wie der Kunstmarkt funktioniert. Alles Fragen, die die Schüler im Kunstunterricht stellen. "Die klassischen Bereiche wie Malerei, Zeichnung, Plastik und Architektur sind den Schülern noch vertraut", erklärt Lenz. Was aber wenn es um Schnittstellen in der Kunst geht, wenn die Faktoren Zeit und Raum mit einfließen – Performance, Fluxus, Happenings, Aktion? Es sei schwierig, dazu eine Haltung zu entwickeln, so die Kunsterzieherin. Es werde schon bei einer Installation schwierig: ist das nun ein Objekt eine Skulptur oder eine Plastik? Oder handelt es sich um Architektur?

Im Kunstunterricht haben sich die Schüler unter anderem mit Jackson Pollock und Joseph Beuys beschäftigt und versucht, diese Künstler hinsichtlich ihrer Relevanz in der Kunstgeschichte einzuordnen. Die Arbeit mit Rebecca Koellner hat ihnen nun die Möglichkeit gegeben, eine Künstlerin, die von ihrer Arbeit lebt und so ihr Geld verdient, vor Ort im Klassenzimmer zu haben. Und natürlich im Freien bei der praktischen Arbeit. Die Schüler haben das Projekt und die Arbeit mit der Künstlerin jedenfalls sehr gut angenommen und die Freiluft-Kunststunden genossen. Judith Lenz freut sich, dass sie ihren "Zehnern" mit der Teilnahme an diesem Projekt die Möglichkeit gegeben hat, sich besser auf dem Kunstmarkt zu orientieren und eine eigene Position zu entwickeln.

"KlimaKunstSchule" finanziert die schülereigenen Projekte mit 500 Euro, die beantragt werden können, sobald die Konzepte ausformuliert sind. Auch der Haigerlocher Ausschuss steht hinter der Aktion, mit dem Jugendliche für den Klimaschutz sensibilisiert werden sollen.

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