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Haigerloch Kleine Flugkünstler, die mit den Ohren sehen

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Informativ, unterhaltsam, witzig: Jörg-Andreas Reihle, Fledermausexperte des NABU Haigerloch, zeigte sich bei der Fledermausnacht für Familien am Samstagabend auf dem Platz zwischen Ölmühle und Zunftheim der Haigerlocher Narren in bester Form.

Haigerloch. Reihle vermittelte den zahlreichen Teilnehmern der Fledermausnacht wieder etliche interessante Informationen über die "Jäger der Nacht". Die Zuhörer erfuhren dabei nicht nur Allgemeines über Fledermäuse, sondern insbesondere etwas über die Fledermauskolonien, welche in der Haigerlocher Unterstadt leben. Diese, so war von ihm zu erfahren, gehört zu den drei größten Kolonien in ganz Baden-Württemberg.

Der Experte ging vor allem auf die "Großen Mausohren" ein, welche die Unterstadtkirche St. Nikolaus besiedeln. Bei einer Zählung sei man auf 1250 Weibchen gekommen, jedes Weibchen, so Reihle, kriege ein Junges, was einen großen Zuwachs der Population in Haigerloch bedeute. Lobend erwähnt er den unermüdlichen Einsatz der Familie Kurz rund um die Fledermäuse in der Unterstadtkirche.

Der NABU-Fachmann hatte zudem allerhand Infomaterial und Broschüren mitgebracht, aber auch Postkarten durften mit nach Hause genommen werden. Eine Fledermausattrappe aus Gummi kam beim Vortrag ebenfalls zum Einsatz. Bei dem lustigen Gedicht "Zehn kleine Fledermäuse" bezog Reihle die Kinder immer wieder mit ein, und die Fledermausstempel ließen sich nicht nur die jüngeren Besucher der Fledermausnacht gerne auf die Hände drücken. Gummifledermäuse zum Naschen gab es natürlich auch.

Wie Reihle seinem Publikum erklärte, "sehen" die Flugsäuger quasi mit den Ohren. Das Orientieren per "Echolot" sei fast einzigartig im Tierreich.

Die Jäger der Nacht seien zudem die einzigen Säugetiere, die fliegen könnten.Wobei sie laut dem Experten eigentlich mit den Händen fliegen, denn eine Fledermaus hat auf jeder Seite fünf Finger, zwischen denen sich ihre Flughaut spannt. Nur der Daumen bleibt außen vor. Außerdem verfügten sie über eine Schwanzflughaut.

Fledermäuse, so Jörg-Andreas Reihle weiter, schlafen auch immer mit dem Kopf nach unten und krallen sich dabei mit den Füßen fest. So sammeln sie die Energie, die sie für ihre nächtlichen Jagdaktivitäten benötigen. Mit einem Gerät spielte Reihle außerdem typische Rufe der Fledermaus-Art Großes Mausohr vor.

Er wies auch auf das Notruftelefon für verletzte Fledermäuse hin. Dieses dürfe betätigt werden, sollte man ein verletztes Tier finden. Der Experte betonte weiter, wie nützlich Fledermauskästen seien, aber auch Vogelkästen dürfe man den Tieren gerne anbieten.

Dem Infoteil schloss sich eine Führung zu den Zwergfledermäusen bei der Brücke am Bahnhof und zur Unterstadtkirche an. Die Tiere, die in der Kirche leben, fliegen laut Reihle etwas später los, als die Zwergfledermäuse. bei der Führung wurden Detektoren verteilt, damit die Teilnehmer auch die Ultraschall-Laute der nächtlichen Jäger hören konnten. Eine Mitarbeiterin des SWR 4 zeichnete die Veranstaltung zudem für eine Sendung im Radio auf.

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