Skizze: Architekturbüro Golias Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat prinzipiell für Sanierung des Weildorfer Hagastalls

Grundsätzlich hat der Haigerlocher Gemeinderat am Dienstag Ja zu einer Sanierung des Weildorfer Bürgerhauses Hagastall gesagt, aber in einigen Details sieht er nach einer intensiven Debatte durchaus noch Klärungsbedarf.

Haigerloch. Zuerst stellte der Architekt Wolfram Golias aus Hechingen das Projekt vor. Schon 2013 hat laut ihm ein Schadensgutachten des Sachverständigen Robert Ott aus Gammertingen gezeigt, dass große Teile der Fachwerkkonstruktion zerstört seien.

Auf dieser Basis soll nun die Sanierung erfolgen. Architekt Golias nannte hier als geplante Schritte neben der Fachwerkssanierung den Ausbau und Austausch von Fenstern, den Austausch der Elektro-Fußbodenheizung durch eine wasserführende Fußbodenheizung sowie den Einbau einer komplett neuen Küche.

Was den Erweiterungsbau auf der Westseite betrifft, so habe man ihn laut dem Architekten bewusst schlicht gehalten damit das Erscheinungsbild des "Bürgerhauses Hagastall" auch weiterhin im Vordergrund steht. In diesen Erweiterungsbau komme nur das Notwendigste. Will heißen, Damen und Behinderten-WCs, ein Lager für die Bestuhlung und ein Technikraum für die Heizungs- und Gebäudesteuerung.

Die Gesamtkosten für die Sanierung und den Anbau bezifferte der Architekt aus Hechingen mit rund 854 000 brutto. Was die weitere Vorgehensweise betrifft, so werde man jetzt die Genehmigungsplanung erstellen und in 14 Tagen einreichen.

So weit so gut, doch Begeisterung sieht anders aus. Walter Stocker (CDU) erinnerte daran, dass man einmal von einer reinen Holzsanierung gesprochen habe. Jetzt entstehe der Eindruck, dass eine Generalsanierung gemacht werde. "Wie würden wir kostenmäßig stehen, wenn wir uns nur auf eine Holzsanierung beschränken?", fragte Stocker den Architekten.

"Vielleicht rund 250 000 Euro billiger", antwortete Wolfram Golias. "Aber macht das Sinn, wenn wir schon mit einer Sanierung anfangen?", stellte er die Gegenfrage.

Maik Haslinger (CDU) hielt die Kosten für die Glaserarbeiten (rund 94 000 Euro) für sehr hoch, Alexander Edele (CDU) die Kosten für das Nebengebäude. Das werde nicht wegen des Baukörpers so teuer, sondern wegen der Heizung und der Sanitäranlagen, so der Architekt.

"Wir stören uns nicht an der Sanierung, sondern an den horrenden Kosten", meinte Alexander Siedler. Er und Ralf Heim sahen zur Kostenminimierung deshalb auch die Weildorfer Vereine "in der Bringschuld". Eigenleistungen soll es auch geben, wie der stellvertretende Weildorfer Ortsvorsteher Armin Hipp klarstellte. Die Küche und die Kühlzelle würden von den Vereinen übernommen, zudem würden sie das im Dachgeschoss befindliche Museum aus und nachher wieder einräumen.

Markus Gauss (Freie Wähler) platze fast ein wenig der Kragen angesichts der vielen Anmerkungen: "Interfraktionell haben wir uns zu der Sanierung bekannt. Wie oft wird sie noch in Frage gestellt?"

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