Foto: Hurm Foto: Schwarzwälder Bote

Die Arbeitsgemeinschaft Weißstorch hat Hoffnung,

Ein erschöpfter und zerzauster Reisender namens "Meister Adebar" ist in Weildorf angekommen. Jetzt hofft die Arbeitsgemeinschaft Weißstorch natürlich, dass sich ein Traum erfüllt und sein Aufenthalt in Weildorf von Dauer ist.

Haigerloch-Weildorf. Das wäre der schönste Lohn für eine aufwändige Arbeit und viel Engagement. Vergangenen Sommer hatte sich eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Ziel zusammengefunden, eine Möglichkeit zur Ansiedlung eines Storchs (oder besser ein Paar) in Weildorf zu schaffen. Es gab sogar ein Treffen mit der Storchenbeauftragten Ute Reinhard vom Regierungspräsidium Tübingen und Vertretern des NABU Haigerloch/Rangendingen.

Nachdem kein Hausdach innerorts in Frage kam, verlagerte man sich auf das Aufstellen eines Stahlmasten mit einem Nestkorb obendrauf. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort für dieses Storchennest wurde die AG am Ende der Lehgasse (Richtung Wanderparkplatz) fündig. Dietmar Eger erlaubte es, den Masten bei seiner Feldscheune aufzurichten. Ende Oktober wurde der Mast – man hatte ihn bei den Stadtwerken Balingen vor dem Verschrotten gerettet – einbetoniert und Ende November war schließlich auch der in einer Schlosserei angefertigte Nestkorb fertig und konnte installiert werden.

Und nun hat sich ein erster Weißstorch Weildorf genähert. Armin Hipp, stellvertretender Ortsvorsteher und Hauptorganisator der AG, hatte ihn am Sonntagabend in der Nähe des Storchenmastes gesehen. Unweit davon hat er auf einem Heusilo eines Aussiedlerhofes übernachtet. Mit dieser Info alarmierte Tobias Lapp, sehr engagiert in Sachen Wiederansiedlung des Storchs, gleich Herbert Hurm, Pressewart der AG und ehrenamtlicher Naturschutzwart, Bei einem Kontrollgang konnte Hurm den Storch tatsächlich antreffen und bei sehr unwirtlichem Wetter aus angemessener Distanz eine Reihe Belegfotos schießen.

Wahrscheinlich war es ein Männchen und es schien sehr hungrig zu sein, denn ein ums andere Mal schnappte er zu und ließ sich Regenwürmer schmecken.

Hartmut Polet aus Sulz, der sich im Herbst zum Storchenberinger ausbilden lässt, konnte durch den Blick in ein lichtstarkes Spektiv Hurms Beobachtung bestätigen. Ebenfalls sehen konnte Polet, dass der Storch unberingt ist. Einig waren sich beide, noch nie einen so schmutzigen Storch gesehen zu haben. Vermutlich ist er erst jetzt von seiner anstrengenden Afrikareise zurückgekommen. Als hätte er es gehört, begann er kurz darauf mit einer gründlichen Gefiederpflege. Manchmal sah es aus, als hätte der Vogel ein ganzes Strohbüschel im Schnabel.

Die Mitglieder der AG bitten nun dringend darum, den Storch nicht zu stören und appellieren besonders an die Hundebesitzer, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen. Erst vor kurzem war nach laut Hartmut Polet in Fluorn-Winzeln ein Storch von einem freilaufenden Hund angegriffen worden. Auch sollten keinesfalls Überflüge mit Drohnen durchgeführt werden. Schließlich wollen doch alle, dass sich der Wappenvogel des NABU sich hier wohl fühlt und bei den Weildorfer "Storchen" ansiedelt.

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