Für einen Waldkindergarten in Hart liegen momentan zu wenige Anmeldungen vor

Von Thomas Kost

Haigerloch-Hart. Da machten die Gemeinderäte aus Hart lange Gesichter: Die Perspektiven für den Aufbau eines Waldkindergarten sind eher mau. Bislang liegen lediglich sechs verbindliche Anmeldungen zu einem Kindergartenstart im September 2014 vor, zwölf hatte der Gemeinderat als Voraussetzung gefordert.

Obwohl die Vorgabe des Gemeinderates damit um 50 Prozent verfehlt sind, wäre die Stadtverwaltung aber dennoch bereit, den Kindergarten zu eröffnen, um dieses pädagogische Konzept der Früherziehung auch im Raum Haigerloch anbieten zu können. Denn, so die stellvertretende Hauptamtsleiterin Nina Wannenmacher, die Zahl der Kinder würde schon im Frühjahr 2015 auf zehn und dann im Mai 2015 auf zwölf steigen.

Die Stadt hatte relativ stark für die neue Einrichtung geworben. Sie veröffentlichte mehrere Aufrufe und lud zu einer Informationsveranstaltung ins Bürgerhaus ein.

Nicht zuletzt hatte das städtische eine Umfrage unter Eltern gestartet, denen nach dem 1. Oktober mindestens ein Kind geboren wurde und 325 Fragebogen verschickt. Doch die Rücklaufquote blieb mit 21,8 Prozent ausgefüllten Bogen eher bescheiden. Von den sechs verbindlich angemeldeten Kindern wären drei aus Hart und je eines aus Weildorf, Haigerloch und Rangendingen gekommen.

Unter diesen Voraussetzungen tat sich der Gemeinderat schwer, dem Waldkindergarten zuzustimmen. Zumal Investitionskosten für einen Bauwagen und andere Dinge in Höhe von etwa 40 000 Euro und jährliche Kosten für zwei Erziehungskräfte in der Größenordnung von rund 80 000 Euro im Raum stehen.

Über Ausgaben in diesen Dimensionen wollte vor allem CDU-Stadträte nicht entscheiden, bevor nicht im Herbst die Haushaltszahlen auf dem Tisch liegen und man einen genaueren Überblick hat, wie sich die finanzielle Situation der Stadt fürs nächste Jahr generell darstellt.

Währenddessen appellierten die beiden Harter Gemeinderäte Thomas Bieger (SÖL) und Willi Mesam (Freie Wähler) an ihre Kollegen, den Waldkindergartens umzusetzen. Aufgrund der günstigen Prognose, so Bieger, könnte man das machen. Auch Mesam plädierte für einen sofortigen Start und keine Aufschiebung des Projektes auf einen späteren Zeitpunkt. Der Harter Ortsvorsteher: "Wenn die Kinder erst einmal ein oder zwei Jahre in einem anderen Kindergarten sind, tun sich die Eltern mit einem Wechsel schwer." Eine Entscheidung traf der Gemeinderat am Dienstag aber nicht.