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Haigerloch "Hinter Gärten II" vehement gefordert

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In Hart gibt es eine Reihe von jungen Leuten, die Eigenheime bauen möchten. Foto: Pixabay Foto: Schwarzwälder Bote

Wir wollen Bauplätze und zwar so schnell, wie es möglich ist. Das war das unmissverständliche Signal, das am Montagabend gut ein Dutzend jüngerer Leute sowohl dem Harter Ortschaftsrat als auch der Stadtverwaltung Haigerloch mit auf den Weg gab.

Haigerloch-Hart. In der Tat läuft das Verfahren zur Erschließung von 23 Bauplätzen (fünf davon für Doppelhaushälften) in "Hinter Gärten II" im beschleunigten Verfahren nach Paragraf 13B nicht so reibungslos, wie sich die Bauwilligen das wünschen. Auch der in der Sitzung anwesende Haupt- und Bauamtsleiter der Stadt, Hans-Martin Schluck, räumte ein, dass es im Rahmen der öffentlichen Anhörung zu "Hinter Gärten II" einige "nicht ganz einfache Stellungnahmen gibt, die wir jetzt abarbeiten müssen."

Zum Beispiel moniert der Naturschutz, dass die Artenschutz-Untersuchung unzureichend gewesen sei. Darum lässt das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Gfrörer aus Empfingen diese jetzt wiederholen. Es gibt aber auch noch weitere Bedenken. Die Behörde für Wasser- und Bodenschutz stellt zum Beispiel ein Erschließungsverfahren von "Hinter Gärten II" nach Paragraf 13B generell in Frage.

Alles Dinge, die man sehr sorgsam prüfen, abwägen und gegebenenfalls anpassen müsse, sonst riskiere man laut Schluck womöglich ein Normenkontrollverfahren mit einer Behörde. Und bis ein solches durchgestanden ist, rückt eine Bauplatzerschließung in Hart noch weiter in die Zukunft.

Aus diesen Gründen steht die Abwägung der eingegangenen Bedenken von Trägern öffentlicher Belange zu "Hinter Gärten II" in der jetzt anstehenden Sitzung des Haigerlocher Gemeinderates am 26. November auch nicht auf der Tagesordnung. Der Haupt- und Bauamtsleiter geht davon aus, dass die Abwägung erst im Gemeinderat am 17. Dezember stattfinden kann. Danach gehen die geänderten Pläne erneut in die Offenlage, dann kommt es zu einer zweiten Anhörung und dann erst können Satzungsbeschluss und Einstieg ins Erschließungsverfahren folgen.

Wann aber kann man tatsächlich in Hart bauen?, ließen die Zuhörer nicht locker. Auf eine konkrete Zeitangabe wollte sich Hans-Martin Schluck nicht einlassen: "Ich bin kein Hellseher und auch nicht Herr des Verfahrens." Aber man wisse sehr wohl, dass hier Dringlichkeit vorhanden sei.

Das sah auch ein Mann aus der Zuhörerrunde so, den eine gewisse Unzufriedenheit umtrieb: "Wir haben 15 junge Leute aus Hart, die bauen wollen, wenn die das nicht können, gehen sie weg und dann ist der Flecken tot." Eine Sichtweise, die auch Ortschaftsrat Jörg Biesinger teilte. Er kritisierte zudem, dass nach 2001 die Baugebietserschließung zum Stillstand gekommen sei, weil die Stadt auf "Hinter Gärten II" den Grunderwerb aufgegeben und sich zum Beispiel auf die Erschließung eines kleinen Baugebietes an der Eichwaldstraße konzentriert habe.

Und dann habe 2013 auch noch das Regierungspräsidium Tübingen "Hinter Gärten II" komplett aus dem Flächennutzungsplan gestrichen. Das bestätigte auch Ortsvorsteher Thomas Bieger: "Noch 2017 war das Baugebiet tot, weil es aus ökologischen Gründen gestrichen wurde."

Weil man schon drei junge Harter Familien nach Haigerloch verloren habe sowie zwei nach Rangendingen, und aus Jörg Biesingers Sicht innerörtliche Baulücken nahezu ausgeschöpft wurden, sah er Handlungsbedarf. "Wir müssen alles dafür tun, dass das Baugebiet schnellstmöglich umgesetzt wird." Ohne es werde Hart aussterben und man habe keine Einwohner mehr, die den Kindergarten füllen, die Feuerwehr aufrecht erhalten oder die neu gebaute Eichwaldhalle nutzen.

Bauamtsleiter Schluck nahm die klaren Worte aufmerksam auf, bat aber auch um Verständnis. Schluck: "Die Stadt ist nicht der böse Mann, der das verzögert. Stadtverwaltung und Ortschaftsrat ziehen an einem Strang, damit junge Familien in Hart bauen können."

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