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Haigerloch Häuser im Haag sind stille Zeugen menschlicher Schicksale

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Margarete Kollmar (mit Hut) traf bei ihrer Führung durch das Haag am Sonntag auf aufmerksame Zuhörer. Foto: Fechter Foto: Schwarzwälder Bote

Haigerloch. Sehr gut war die Resonanz auf die zwei Veranstaltungen des Gesprächs­kreis Ehemalige Synagoge zum europaweiten Tag der jüdischen Kultur am Sonntag. Es gab eine Führung durch das Haag mit Margarete Kollmar und den Film "Am Ende kommen Touristen" in der ehemaligen Synagoge.

Bei der Führung, an der auch der neue Haigerlocher Ortsvorsteher Michael A.C. Ashcroft mit seiner Ehefrau Marlene teilnahm, führte Kollmar ihre Begleiter zu den vielen Wohnhäusern im Haag, die dieses Wohnviertel zu etwas Besonderem im süddeutschen Raum machen. Denn im Haag stehen nicht nur weithin sichtbar die frühere Synagoge mit dem Badehaus (Mikwe) daneben, sondern auch das Rabbinats- und Schulhaus, das Gasthaus Rose und Gebäude in denen früher jüdische Geschäfte, die Matzenbäckerei oder die jüdische Metzgerei beheimatet waren.

Natürlich ging es bei der Führung nicht nur um Objekte, sondern vor allem um menschliche Schicksale, denn wie überall in Deutschland blieb auch die Haigerlocher jüdische Gemeinde, die sich über sechs Jahrhunderte entwickelt hatte, nicht vom Nazi-Terror verschont. Nur elf Personen überlebten den Holocaust. Abgeschlossen wurde der Rundgang mit einem Blick auf ausgewählte Exponate, die in der Dauerausstellung "Spurensicherung – Jüdisches Leben in Hohenzollern" zu finden sind.

Rund 25 Leute wollten dann am Abend den 2007 entstandenen Film "Am Ende kommen Touristen" sehen, der die Perspektive des jungen Deutschen Sven einnimmt. Er leistet in der Gedenkstätte des früheren Konzentrationslager Auschwitz seinen Zivildienst.

Obwohl an dieser geschichtsträchtigen Stätte unfassbare Gräueltaten an unschuldigen Menschen begangen wurden, musste irgendwann auch im polnischen Oswiecim die "Normalität" wieder einziehen. An diesem schwierigen Spagat zwischen angemessener Erinnerungskultur und Alltagsbewältigung versucht sich der Film auf behutsame Weise.

Mechthild Fingerle sprach dazu einführende Worte und der Film bot auch nach seinem Ende hinreichend Stoff für Gespräche.

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