Statt eines schmaleren Sicherheitsstreifen fordert die Verkehrsschau im alten Teil der Straße "Am Bildstöckle" einen Gehweg – und widerspricht damit sogar dem gültigen Bebauungsplan. Foto: Fechter

Trotz Bebauungsplan: Verkehrsschau für Änderungen in der Straße "Am Bildstöckle".

Haigerloch-Weildorf - So ganz nachvollziehen kann der Ortschaftsrat das ja nicht: Die kürzliche Verkehrsschau ergab, dass im "Bildstöckle" entgegen des Bebauungsplans jetzt doch auf einer Seite ein Gehweg gebaut werden soll.

Ortsvorsteher Markus Gauss sprach deshalb am Montag von einer "interessanten Entwicklung". Im auch vom Landratsamt abgesegneten Bebauungsplan sind nämlich auf der sechs Meter breiten Straße – derzeit noch Baustraße – rechts und links Sicherheitsstreifen von je 50 Zentimetern Breite ausgewiesen. Dementsprechend haben etliche Hausbesitzer dort ihre Mauern direkt auf die Grundstücksgrenze gesetzt.

Das heißt, dass aufgrund der jetzigen Situation die Straße auf einer Seite jetzt direkt an die Grundstücke grenzt. Ortschaftsrätin Yvonne Grüninger befürchtet, dass dies nicht jedem gefallen wird. Das nützt aber nichts: "Das Landratsamt will einen Gehweg", so Ortsvorsteher Gauss.

Der Gehweg mit einem halben Meter Breite soll auf der "wasserführenden" Seite der Straße angelegt werden. Die Regelung betrifft übrigens nur den "alten Teil" der Straße Bildstöckle bis zum "Eichwasen". Die Fortsetzung der Straße "Am Bildstöckle" zu den elf neuen Plätzen soll nach Willen des Landratsamts als Spielstraße mit verkehrsberuhigtem Bereich und Schrittgeschwindigkeit angelegt werden. Parkplätze sollen am Straßenrand je nach Lage der Hofeinfahrten "positiv gekennzeichnet" werden. Die Straße soll insgesamt fünf Meter breit sein.

Die positive Nachricht: Für die Anlieger wird die "Neuentwicklung" laut Gauss nicht teurer. Und es besteht Bestandschutz.

Bewilligt wurde bei der Verkehrsschau der Wunsch des Ortschaftsrates, auf der Straße von Bitttelbronn her die Zahl "50" auf den Asphalt zu schreiben, um Raser abzubremsen. Die Straßenmeisterei wird die Zahl in Kürze aufbringen. Abgelehnt wurde jedoch die Bitte, bei der Bushaltestelle "Am Butzengraben" am Überweg zum Fußweg zum Madertal eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern auszuweisen. Begründet wurde dies mit der guten Sicht und der geringen Frequentierung an dieser Stelle. Gleiches gilt laut Verkehrsschau für den Überweg vom Festplatz zum Gewerbegebiet.

Tannenburgstraße, Schlattäckerweg und Lehgasse sollen dagegen künftig als Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden. Anlieger hatten diesen Wunsch geäußert mit der Begründung, dass gerade die Tannenburgstraße und deren Anschlusswege häufig als Abkürzung zur B 463 genutzt und dann entsprechend schnell gefahren werde. Von den Tannenburghöfen her kommend gibt es außerdem kein Ortsschild, das die Geschwindigkeit begrenzt. Hinter den Höfen sollen außerdem nur noch landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren dürfen.

Genehmigt wurde auch der Wunsch eines Bürgers, in der Brunnengasse ab Einbiegung Kirchgasse rechts ein eingeschränktes Halteverbot auszuweisen.