Sie werden ihn vermissen: Die Schülersprecherinnen Eva Groos (Mitte) und Johanna Fischer überreichen Helmut Opferkuch Abschiedsgeschenke. Foto: Kost Foto: Schwarzwälder-Bote

Gymnasiumchef Opferkuch mit Feierstunde im Bürgerhaus in den Ruhestand verabschiedet

Von Thomas Kost

Haigerloch. Abschied Teil 2: Ging es am vergangenen Samstag in der Witthauhalle ungezwungen zu, folgte am Donnerstag im Bürgerhaus eine eher formelle Feier zur Verabschiedung von Gymnasiumchef Helmut Opferkuch.

Mit Hans Brodbeck und Klaus Mohr waren gleich zwei seiner drei Vorgänger unter den Gästen, dazu gesellten sich Repräsentanten anderer Schulen, Gemeinderäte und noch viel mehr Funktions- und Würdenträger.

Susanne Pacher, Abteilungspräsidentin beim Regierungspräsidium Tübingen für Schule und Bildung trat als Erste ans Rednerpult und überreichte dem nach 36 Jahren als Lehrer am Gymnasium tätigen Opferkuch die Urkunde, die ihn offiziell in Ruhestand versetzt. "Sie hinterlassen ein gut aufgestelltes Gymnasium", bescheinigte Pacher dem seit 2006 als Schulleiter tätigen Wahl-Grosselfinger und ging auch auf die Nachfolge-Frage ein (siehe weiteren Artikel).

Alle, die nach ihr ans Rednerpult traten, überreichten nicht nur Abschiedsgeschenke, sondern charakterisierten Helmut Opferkuch als nicht immer bequemen Zeitgenossen, der aber vor allem eins im Auge hatte: Haigerloch als Bildungsstandortes voranzubringen. "Die Arbeit an der Schule trägt ihre Handschrift", meinte Bürgermeister Heinrich Götz anerkennend. Opferkuch, so der Bürgermeister weiter, habe immer gewusst, sich Gehör zu verschaffen, um damit den nächsten Entwicklungsschritt an seiner Schule anzustoßen.

"Wir können uns nur schwer vorstellen, das nächstes Jahr jemand anders die Tür zum Rektorat öffnet, wenn wir anklopfen, bedauerten die beiden Schülersprecherinnen Eva Groos und Johanna Fischer. Schulleiter Opferkuch habe immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Schüler gehabt.

"Sie haben mit den Eltern immer auf Augenhöhe kommuniziert", lobte die Elternbeiratsvorsitzende Kristin Koschani-Bongers die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule. Opferkuch habe sich in seinen Zielsetzungen nie entmutigen lassen, auch wenn es auswegslos erschien, sagte sie und blickte dabei auf einen nach vielen Diskussionen realisierten Neubau im Schulzentrum, der im Herbst eingeweiht wird.

Sigrid Menzel-Ziefle und Mechthild Fingerle vom Personalrat der Schule gingen in heiterer Form auf die vielen "Un-Arten" ihres Chefs ein, die ihn aber doch so liebenswert machen. Er besitzt zum Beispiel weder Handy noch Krawatte. Ihr Fazit: Eigentlich ist der Mann an der Schule un-verzichtbar.

Roberto Martínez schenkte seinen Chef zum Abschied den gefühlvollen Gitarren-Song "Wild Horses" von den Rolling Stones. Außerdem umrahmten Ines Wallenwein (Klasse 10) und Nastassja Fitis (Klasse 5) mit Chopin-Musik auf dem Konzertflügel im Bürgerhaus die Feierstunde. Toll waren auch Madeleine und Tina Grötzinger als Klarinettenduo mit Musik von Händel. Und bevor alles zum Büffet drängte, gehörte die Bühne der Akrobatik-AG.

Helmut Opferkuch selbst bedankte sich für zwei "gigantische Abschiedsfeiern" und die Geschenke. Er schätzte sich glücklich, dass er 36 Jahre am "Bildungskonzept Haigerloch" mitarbeiten durfte. Mit Recht könne man heute von Haigerloch als gutem Bildungsstandort sprechen. Die Grundlagen dafür seien schon in den 60er Jahren gelegt worden.

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