Der Gemeinderat nimmt die Kindergartenbeiträge in den Blick. Archivfoto: Warmuth Foto: Schwarzwälder Bote

Kindergartengebühr: In Kürze ein Thema

Haigerloch. Wo keine Leistung erbracht wird, da kann man auch kein Gebühr erheben. Eine logische Schlussfolgerung, die am Dienstag auch der Haigerlocher Gemeinderat zog. Er beschloss, dass man im Zeitraum vom 24. April, bis 30. Mai auf die Einziehung der Elternbeiträge für Kindergartennutzung verzichtet.

Der Grund für diese Entscheidung liegt auf der Hand: Abgesehen von der Notbetreuung konnten die Einrichtungen wegen des corona-bedingt harten Lockdowns nicht genutzt werden.

"Wir werden in diesen sauren Apfel beißen und die Gebühren erlassen müssen", sagte Maik Haslinger (CDU und niemand widersprach ihm. Auch Heike Letmathe (AGB.H) unterstützte diese Haltung. Wenn sich die Eltern während des Lockdowns schon selber um die Kinder kümmern müssen, könne man auch keine Gebühren verlangen, meinte sie.

Insgesamt geht es laut der stellvertretenden Hauptamtsleiterin Verena Kruse um einen Einnahmeverlust von rund 40 000 Euro, wenn man neben den städtischen Kindergärten auch die Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft mitrechnet. Bürgermeister Heinrich Götz hatte mit der Entscheidung kein Problem. Der Erlass sei ein Signal nach außen, dass Haigerloch eine familienfreundliche Stadt sei.

Längerfristig wird sich die Stadt aber Gedanken um eine Erhöhung der Kindergartengebühren machen müssen. 2020 hatte man wegen Corona darauf noch verzichtet, aber für das Kindergartenjahr 2020/21 wird man wohl eine pauschale Erhöhung der Gebühren um 2,9 Prozent ansteuern –­ diesen Betrag empfehlen die Trägerverbände.

Bei einer solchen prozentualen Erhöhung würden die erwähnten monatlichen Gebühren von 40 000 Euro um 1160 Euro steigen. Um einen Beschluss fassen zu können, wird die Stadt dieses Thema für die nächste Gemeinderatssitzung vorbereiten. "Noch mal ein Jahr eine Gebührenerhöhung aussetzen, werden wir uns nicht leisten können", meinte FWV-Fraktionssprecher Matthias Deppert. Sein Fraktionskollege Manfred Pfeffer riet dazu, "an den von den Verbänden empfohlenen Satz anzuknüpfen."

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