Der Sommer 2020 bleibt den Stettener als der Sommer im Gedächtnis, in dem der Ort unter hoher Verkehrsbelastung ächzte. Ein Tempo-30-Limit durch den ganzen Ort machte die Situation wenigsten etwas erträglicher.Archivfoto: Kost Foto: Schwarzwälder Bote

Ortschaftsrat: Corona schlägt sich im Rückblick von Stettens Ortsvorsteher nieder – aber auch anderes

Corona-Pandemie, hohe Verkehrsbelastung im Ort und eine spät im Jahr geführte Debatte über die Zukunft des städtischen Kindergartens im Ort. In Stetten war es 2020 alles andere als langweilig.

Haigerloch-Stetten. Diese Schlussfolgerung legt zumindest der Jahresrückblick nahe, den Ortsvorsteher Walter Stocker am Dienstag bei der ersten Zusammenkunft des Stettener Ortschaftsrates im neuen Jahr hielt.

Ein großes Lob sprach Stocker den Bürgern und Vereinen im Umgang mit den zweimaligen Corona-Lockdowns aus. Sowohl beim Lockdown im Frühjahr als auch im November hätten die Vereine früher als andernorts reagiert, ihren Trainings- und Übungsbetrieb eingestellt und ihre Generalversammlungen abgesagt.

Walter Stocker ruft zum Durchhalten auf

Stocker: "Für dieses verantwortungsbewusste und solidarische Handeln möchte ich mich bei allen Bürgern und Bürgerinnen bedanken". Der Ortsvorsteher rief dazu auf, die Wintermonate noch durchzuhalten und appellierte an alle, "Verantwortung füreinander zu zeigen, Masken zu tragen, Abstand zu halten und sich impfen zu lassen", sobald man vom Alter her an der Reihe sei.

Zwangsläufig brachte das Corona-Jahr das kulturelle Leben in Stetten fast völlig zum Erliegen. Lediglich der vom Narrenverein Salzschlecker organisierte und ausverkaufte Auftritt der "Schrillen Fehlaperlen" in der Glückaufhalle und die Fasnet mit dem 50. Hemadglonkerumzug konnten stattfinden – und waren zwei Highlights.

Corona war das eine, aber übers Jahr verteilt gab es natürlich auch eine Menge kommunalpolitischer Themen im Ortschaftsrat zu besprechen. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die geplante Erschließung der ersten 13 Bauplätze im Baugebiet Schopfloch, die 2021 beginnen soll. Damit, so Stocker, werde endlich Realität, worüber man schon 20 Jahre spreche.

Dagegen war eine erste Bebauung des innerörtlichen Areals "Alte Sonne" mit einem Mehrwohnungen-Haus gescheitert. Walter Stocker: "Leider konnte man sich mit den potenziellen Bauherren aus städtebaulicher Sicht nicht auf eine einvernehmliche Lösung verständigen." Der Stettener Ortsvorsteher ist aber zuversichtlich, dass man auf dieser Fläche noch eine Bebauung hinbekommt, mit der allen leben können.

Intensiv beschäftigte man sich mit den Dorfbrunnen. Der Brunnen am Dorfplatz wurde von Steinmetz Paulus Roth saniert, der neue Brunnen beim Feuerwehrhaus ist bestellt und soll in diesem März geliefert werden. Der Friedhof wurde auf Vordermann gebracht und die dort gebaute Druckerhöhungsanlage ging ebenfalls in Betrieb.

Eine klare Haltung zeigten Ortsvorsteher und der Ortschaftsrat, als die Diskussion um die Erweiterung des Kindergartens Fahrt aufnahm. Die Idee der Stadtverwaltung, den Kindergarten mit geschätzten Baukosten von drei Millionen in die Werkrealschule umzusiedeln bezeichnete Walter Stocker als "absurd". Auch der Ortschaftsrat habe sich dagegen ausgesprochen, zumal eine Erweiterung am jetzigen Standort laut Stocker "gerade mal die Hälfte kosten würde".

Nach wie vor offen sei die Zukunft des Schulstandortes Stetten. Man werde sich angesichts der finanziellen Lage der Stadt aber nicht den Luxus leisten können, das Schulgebäude in Stetten "zweckentfremdet zu nutzen und gleichzeitig für viel Geld andernorts neu zu bauen, glaubt Stocker.

Eine Thema, das mitten im Sommer aufploppte, war die hohe Verkehrsbelastung in Stetten aufgrund der Sanierung eines Fahrbahnabschnittes auf der B 463 und der damit verbundenen Vollsperrung dieser wichtigen Verkehrsachse.

Dank der Stadtverwaltung und dem Ordnungsamt konnte man einen Tempo-30-Limit auf der ganzen Ortsdurchfahrt erwirken und so wurde die Situation doch etwas erträglicher. Noch nicht gelöst ist allerdings die geplante Umgestaltung und der damit verbundene Aufbau einer Ampelanlage an der Einmündung der Salinenstraße in die B 463. Stocker: "Hier müssen wir am Ball bleiben."

Auch wenn noch einige Themenfelder offen seien, so habe man 2020 doch einiges geschafft, lautete sein Fazit und er bedankten sich bei allen, die ihn in seiner Arbeit unterstützt und sich für die Ortschaft eingesetzt haben. Walter Stockers Stellvertreter Armin Bauer gab die Dankesworte zurück und überreichte ihm im Namen des Ortschaftsrates einen Geschenkkorb.

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