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Haigerloch Desinfektionsmittel statt feiner Weinperlen

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Auf den Inhalt kommt es an: Desinfektionsmittel in schlichten Plastikkanistern und Flaschen produziert die Stettener Firma LexXir seit wenigen Tagen. Normalerweise stellt sie Spirituosen und Trendprodukte wie Weinperlen (kleines Bild) her.Fotos: LexXir GmbH Foto: Schwarzwälder Bote

In den Kampf gegen Corona schaltet sich jetzt auch die in Stetten beheimatete Firma LexXxir GmbH ein. Mit Unterstützung des Regierungspräsidiums Tübingen hat sie ihre Produktion auf ein Händedesinfektionsmittel umgerüstet. Es trägt den Namen "Debavilex".

Haigerloch-Stetten. Der mittelständische Hersteller von Spirituosen und Trendprodukten wie Gourmet-, Wein- und Honigperlen ist durch die aktuelle Pandemie ebenso bedroht, wie andere Firmen der Luxusgüterbranche.

Auch wir rutschen in eine Krise wurde es Diplom-Ingenieur Hermann Müller und sein Schwager Richard Schiek, Wirt in der Hechinger Gaststätte Dampflok schnell klar, nachdem Versammlungen verboten und Gaststätten geschlossen wurden.

Also berieten sie sich, wie man mit der Situation umgeht und was man machen könnte. Der Gedanke lag nahe, die Spirituosenproduktion auf die Herstellung von Desinfektionsmitteln umzustellen.

Durch die flexible Struktur der Stettener Firma und mit Hilfe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und dem Regierungspräsidium Tübingen war es binnen weniger Tage möglich, die Produktion schnell auf ein hochwertiges, hoch dosiertes Händedesinfektionsmittel (freigegebenes Biozid) auf Ethanolbasis umzurüsten. Einerseits, um damit die Firma ohne Fördermittel zu erhalten, vor allem aber, um die regionalen medizinischen Einrichtungen und Menschen mit einem wirksamem Desinfektionsmittel ausstatten zu können. Dies zu fairen Preisen, wie das kleine Unternehmen in einer Pressemitteilung betont.

Nachdem LexXxir die Zulassungsnummer vom Regierungspräsidium erhalten hatte, um dieses Produkt überhaupt herstellen zu dürfen. kam es zunächst darauf an, die Rohstoffe zu beschaffen, was nicht so einfach war. Direkt bei den Herstellern war nichts zu machen aber auf dem freien Markt konnte man ordern, allerdings waren die Rohstoffe dort um einiges teurer.

Auch zur Beschaffung von Flaschen hat sich die Firma bei entsprechenden Vertrieben umgeschaut und ist zu einem noch akzeptablen Preis fündig geworden. Müller gibt zwar zu, dass es sicherlich schönere Flaschen gibt, aber das Wichtigste an der Verpackung ist für ihn eh der Inhalt.

Seit zehn Tagen werden nun in Stetten Desinfektionsmittel produziert und die ersten 4000 Liter sind bereits abgefüllt. Richard Schiek und Hermann Müller sind stolz auf diese Leistung. Man sehe daran, dass kleinere Betriebe oft flexibler seien und sich auch viel schneller auf den Markt einstellen können als große Konzerne.

Die Produktion läuft nun auf vollen Touren. Die Firma beliefert nach eigenen Angaben zurzeit schon einige Pflegeeinrichtungen, Apotheken und mehrere Stellen in der Krankenversorgung. Gemeinsam mit einer örtlichen Apotheke spendet LexXxir für das Deutsche Rote Kreuz mehrere hundert Liter Desinfektionsmittel, um die Situation in den vom DRK provisorisch eingerichteten Lagern stabil zu halten.

Um schnell reagieren zu können und um die erste Versorgung sicher zu stellen, werden die telefonischen Bestellungen im Zollernalbkreis ab einer bestimmten Menge direkt mit dem eigenen Lieferbus ausgeliefert.

Die Bevölkerung kann das Desinfektionsmittel laut LexXxir direkt am Bahnhofskiosk/Imbiss Dampflok, in Hechingen, durch das Fenster erwerben oder in den Kommer-Getränkemärkten in Hechingen und Balingen, der Stadtapotheke Balingen und der Oberen Apotheke Haigerloch erwerben.

Firma denkt schon über Mittel zur Desinfektion von Flächen nach

Im Moment gelingt die Produktion noch sehr gut, allerdings wird es für die Firma zunehmend schwerer, passende Gebinde und hochwertiges Ethanol in ausreichenden Mengen zu bekommen und dabei die Preise niedrig zu halten. Müller: "Es herrscht auch bei unseren Lieferanten eine zunehmende Knappheit an Rohmaterial." Deshalb prüfe man derzeit, ob man aus Kooperationen mit Brauereien ethanolbasierte Flächendesinfektionsmittel realisieren könne. Damit sollen dann vor allem Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen versorgt werden – den alleine mit Händedesinfektion wird man in diesen Einrichtungen bei der Dichte an Kranken und gefährdeten Menschen nicht auskommen, ist man bei LexXxir überzeugt.

Der Plan für die Zukunft ist es, auch nach der Krise, im regionalen Bereich weiterhin den Kontakt mit den derzeitigen Kunden zu halten, um diese mit dem Desinfektionsmittel "Debavilex" ausstatten zu können.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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