Natur: Silke Schmocker übt den neuen Wellnesstrend mit 20 Personen auf dem Imnauer Eichhörnchenweg
"Waldbaden? Was ist das denn?" Entspannungspädagogin Silke Schmocker aus Owingen kennt solche Fragen zur Genüge. Sie weiß auch um das kleine Schmunzeln, dass sich manche nicht verkneifen können, die ihr solche Fragen stellen.
Haigerloch-Bad Imnau. Am vergangenen Sonntag stellte sie auf dem Eichhörnchenweg bei Bad Imnau 20 Personen dieses Wellnessangebot mit Stressabbau vor. Silke Schmocker liegt damit voll im Trend. Seit ein paar Jahren werden solche von einem Coach begleiteten Waldübungen bundesweit immer beliebter. Das Vorbild stammt aus Japan, wo das Naturerleben "Shinrin Yoku" heißt und seit Langem zur Gesundheitsvorsorge gehört, um Körper, Geist und Seele meditativ miteinander in Einklang zu bringen.
Silke Schmocker ist keine Therapeutin, sondern Entspannungspädagogin, ihr Spezialgebiet ist die Erlebnis- und Entspannungspädagogik. Das Waldbaden, ein Angebot der Bad Imnauer Arbeitsgruppe Tourismus, betreibt sie jetzt neu. Dies recht erfolgreich: Schon drei öffentliche Kurse mit ihr sind ausgebucht, außerdem hat sie Termine mit mehreren privaten Gruppen und Familien.
"Lasst Euch vom Wald begeistern", rät sie der Gruppe, die am Sonntag mit ihr unterwegs ist. Sie selbst jedenfalls ist überzeugt von der Sache. Auch wenn zehn Menschen exakt denselben Waldweg gingen, würde keiner genau dieselben Dinge sehen, meint Silke Schmocker.
Eine der erste Übungen beim Waldbaden ist Schlendern. Behutsam legt die Gruppe die nächsten Meter Waldboden zurück und versucht dabei, den Blick in die Weite zu richten; neugierig bestaunt von Wanderern. Kein Ton wird gesprochen. Die Konzentration liegt auf dem Gehen und dem, was sich am Wegesrand beobachten lässt. "Weitwinkel statt Fokus", empfiehlt Schmocker.
Wichtig sei es, alle fünf Sinne zu nutzen. "Riechen Sie den Wald, sehen Sie sich um, ertasten Sie die Struktur der Bäume", empfiehlt sie den Teilnehmern und erspart ihnen allzu viel theoretischen Überbau. In Japan, erzählt Schmocker, sei aber wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass der Wald dem Menschen gut tue, deshalb werde Waldbaden dort von der Krankenkasse finanziell gefördert. Man könne auch nachlesen, dass das Eintauchen in die Natur wie Medizin wirke, heile und das Immunsystem stärke.
"Was spüren Sie?", fragt Silke Schmocker in die Runde. "Ruhe und Entspannung", sagt eine Teilnehmerin und schaut hoch in die Baumwipfel. Sie wirkt glücklich. Auf fünf Stationen beim Kurmittelhaus, an der Laibetalblickhütte, beim Kotz-Denkmal, an der Madonna-Statue und der Mannahütte machen die Teilnehmer Halt, zwischendurch wird auch barfuß gelaufen, um Hautkontakt zum Boden zu bekommen. Nach dem Waldbaden geht’s zurück ins Tal ins Café Theresia, wo man sich mit den anderen im Gespräch über diese Erfahrung austauschen kann.
Nachdem der dritte Waldbadekurs am 21. Juli binnen weniger Tage ausgebucht war, gibt es am Samstag, 7. September, von 15 bis 17.30 Uhr einen weiteren Kurs. Anmeldungen dafür nimmt Kursleiterin Silke Schmocker unter E-Mail info@lebensfreude-durch-entspannung.de oder Tel. 0160/97 59 79 11 entgegen. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei fünf Personen. Der Kostenbeitrag beträgt 10 Euro pro Person. Es können auch separate Waldbadetermine für Familien, Gruppen, Vereine gebucht werden.