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Haigerloch Der Schwabe liebt warmen Leberkäs

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Witzig, humorvoll treffend: Zwölf Akteure trugen dazu bei, dass der fünfte Haigerlocher Mundart-Stammtisch –­ ­diesmal in der voll besetzten Café- und Weinstube Adler in Bad Imnau – ein Erfolg wurde und das Publikum begeisterte. Im ersten Teil unterhielt Roland Single aus Winterlingen (links), im zweiten Teil des Abends traten Künstler aus dem Publikum auf - zum Beispiel die "Rest-Schwarza" aus Bisingen. Fotos: Haid Foto: Schwarzwälder Bote

Vergnügliche Stunden bescherte am Mittwoch der inzwischen fünfte Haigerlocher Mundart-Stammtisch dem meist älteren Publikum in der voll besetzten Imnauer Cafe- und Weinstube im Adler. Im Mittelpunkt: Mundartdichter und Liedermacher Roland Single aus Winterlingen.

Haigerloch-Bad Imnau. Schon sein erstes Lied "Hocketse" wurde ein Treffer. Es beschrieb eindrucksvoll die Sehnsucht nach Geborgenheit, Erinnerung und Tradition im Dorf. Ein zu Herzen gehender Text, gefühlvoll vorgetragen mit Tochter Jessica. Dass der Schwabe auch zartfühlend und liebevoll sein kann, bewies Roland Single mit dem Liebeslied: "I woiß, i be koi Charmeur und du hosch’s oft mit mir schwer". Sogar ein Kuchen will er darin seiner Traumfrau backen.

Probleme mit dem pubertierenden Sprössling, der unbedingt ein Piercing in der Zunge haben muss, endlose Anrufe auf der Benutzerhotline mit einem Berater, der durch "seggl­haftes Schnaufen" nervt, und der Zeitgenosse, der mit kalten Füßen Hilfe beim Arzt sucht: Single präsentierte Geschichten, voll aus dem Leben gegriffen und im schönsten älblerischen Schwäbisch.

Dabei verriet der Mundartdichter, dass er viele seiner Geschichten seinem Platz auf der Gartenbank verdankt, wo er – geschützt durch eine Thujahecke – Gespräche vom Gehweg her mitbekommt.

Auch das Publikum wurde mit einbezogen: Bei "Am Samstagabend" durften alle den Refrain mitsingen. Jugenderinnerungen im Box-Auto, die Fabel von der "Grott im oberen Weiher" das "Seggl-Lied" oder "Drobe auf der rauhe Alb": Roland Single spannte einen weiten Bogen schwäbischer Mundart und Musik, der mit dem Lied "Hoimet" endete, bei dem Tochter Jessica wieder mit ihrer glockenhellen Stimme bezauberte. Eine Zugabe mit der schwäbischen "Diana" musste aber her. Beifalls gab zuhauf.

Im zweiten Teil bestand wie immer für Leute aus dem Publikum die Gelegenheit zum Auftritt. Davon wurde auch rege Gebrauch gemacht. Den Anfang machte der aus Thanheim stammende Mundartdichter Joachim Schmieg. Lacher erntete er für die humorvolle Erzählung von der "Straßenwalz" im Reimform. Weitere Verse waren "Der Obst- und Gartenbauverein" sowie das Gedicht "der Schleichweg und der Mountainbiker".

Aus dem Killertal waren Maria Dietmann ("Beim Schönheitschirurg") und Ludwig Bosch mit seinem aktuellen Beitrag "S’isch Wahl g’sei" nach Imnau gekommen. Auch sie unterhielten das Publikum bestens. Die "Rest-Schwarza" aus Bisingen, das sind die beiden Ehepaare Anita und Werner Pfister sowie Edelgard und Klaus Ertl, gefielen mit ihren Liedern zum schwäbischen Leibgericht "I will warmer Leberkäs" oder "Hering in Tomatensoß". Auch der in Imnau lebende frühere Fernseh- und Rundfunkpfarrer Michael Broch ließ es sich nicht nehmen, schwäbische Mundart vorzutragen. Er meinte dass Schwäbisch wie Bayerisch sei, nur geiler.

Den letzten Publikumsbeitrag steuerte die Rottenburger Stadtführerin und dort als schwäbisches Wäschweib "Berta Sauberle" bekannte Martha Engstler bei. Sie trug tierische Gedichte des "Raotaburger" Ehrenbürgers Josef Eberle alias Sebastian Blau vor.

Der Haigerlocher Mundartautor und Initiator des Abends, Werner Gaus, dankte zum Schluss den Akteuren für das über dreistündige anspruchsvolle Programm und den Besuchern für den tollen Besuch.

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