Also doch: Zur Sanierung der Witthauhalle erhält Haigerloch erhebliche Fördermittel aus einem Bundesförderprogramm. Foto: Kost Foto: Schwarzwälder Bote

Witthauhallensanierung: Haigerloch erhält im zweiten Anlauf doch noch Fördermittel des Bundes – 1,735 Millionen Euro fließen

Endlich hat die Stadt Haigerloch mit einem Zuschussantrag mal richtig Glück gehabt: Nachdem für die millionenteure Freibadsanierung noch keine Zuschüsse vom Bund flossen, sieht es jetzt bei der Witthauhalle besser aus. Für deren Sanierung gibt’s 1,735 Millionen Euro.

Haigerloch. "Das ist eine gute Nachricht, die mich sehr gefreut hat", erklärt Stadtkämmerer Timo Müller gegenüber unserer Zeitung. Die Meldung, dass Haigerloch mit der Witthauhallensanierung im neuen Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur" berücksichtigt wird, ist gestern am frühen Nachmittag auf seinen Schreibtisch geflattert.

Nun können Stadtverwaltung und Gemeinderat Weichen stellen, um eine Generalsanierung der knapp 40 Jahre alten Halle, die eine Funktion als zentrale Sport- und Veranstaltungsstätte für die Gesamtstadt und auch darüber hinaus – zum Beispiel für internationale Kunstradsport-Wettbewerbe – erfüllt. Dringend erforderlich sind unter anderem der Ersatz des Sportbodens, die Erneuerung von Heizungs- und Lüftungsanlage und der Austausch der Fenster.

Die Sanierung der Halle ist seit letztem Herbst neben den Kindergärten eines der großen Themen in der Haigerlocher Kommunalpolitik. Bürgermeister Heinrich Götz hatte im vergangenen Oktober erstmals im Gemeinderat von dem neuen Förderprogramm des Bundes berichtet. Aus seiner Sicht bot es eine sehr gute Chance, in eine Generalüberholung der Halle einzusteigen.

Große Teile des Gemeinderates hatte angesichts der hohen Investitionskosten zwar Bauschmerzen, letztendlich stimmte das Gremium aber dann doch mehrheitlich (15 Ja- und neun Nein-Stimmen) dafür, einen Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm zu stellen. Ende Oktober reichte die Stadtverwaltung schließlich eine Projektskizze ein.

Doch die Angelegenheit entwickelte sich für Haigerloch zunächst genauso ungünstig wie das Freibad-Sanierungsprogramm. Eine große Zahl von Kommunen aus Deutschland witterte nämlich Morgenluft und stellte Förderanträge. 1300 Projektskizzen wurden beim Bund eingereicht. Die darin geschilderten Sanierungsvorhaben ergaben ein Volumen von 2,8 Milliarden Euro. Das Bundesförderprogramm war jedoch nur mit rund 400 Millionen Euro für neue Sanierungsvorhaben ausgestattet.

Am 12. März musste der Haigerlocher Bürgermeister dann die Nachricht verkünden, dass kein einziges Projekt aus dem Zollernalbkreis vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages berücksichtig wurde – also auch Haigerloch nicht.

Der Traum schien geplatzt. Was soll man nach einer solch niederschmetternden Nachricht tun? Bei der Verabschiedung des Haushaltes 2021 entbrannte im Gemeinderat zunächst eine heftige Debatte darüber, ob man das auf 5,2 Millionen Euro taxierte Gesamtvolumen der Sanierung im Haushalt drin lassen soll oder nicht.

Eine Mehrheit setzte schließlich durch, die Investition nicht zu streichen. Es gab nämlich ein kleines Fünkchen Hoffnung, das in einem Gespräch zwischen Heinrich Götz und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß sichtbar wurde. Bareiß, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, hatte dem Haigerlocher Bürgermeister angedeutet, dass das Förderprogramm bereits im Mai neu aufgelegt werden könnte.

Dieser Fall ist tatsächlich eingetreten. "Mit dem Nachtrag zum Bundeshaushalt 2020 wurden erneut Mittel in Höhe von insgesamt 600 Millionen. Euro zur Förderung von Investitionen in kommunale Einrichtungen bereitgestellt", teilte er in einer gestrigen Pressemittelung mit.

"Wir haben vollen Einsatz für dieses Projekt gezeigt, uns ins Zeug gelegt und das hat sich letztlich gelohnt! Das ist ein großartiger gemeinsamer Erfolg", freut Thomas Bareiß über den positiven Bescheid.

Nicht minder erfreut ist der Tübinger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann über die Zusage. Er hatte sich zusammen mit dem zuständigen Berichterstatter der SPD im Haushaltsausschuss Martin Gerster für die Sanierung der Dreifeld-Sport- und Mehrzweckhalle in Haigerloch eingesetzt.

Der Erhalt solcher Einrichtungen, so Rosemann, sei als Grundlage für den Breitensport und auch für die Freizeitgestaltung von öffentlichem Interesse, aber leider für die Kommunen sehr teuer. Mit seinem Sanierungspaket stemme der Bund 39 Prozent der Sanierungskosten.

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