Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Haigerloch Den Sanierungsstau auflösen

Von

Da mussten alle im Gemeinderat zunächst einmal tief Luft holen: Der Bericht von Bautechniker Bernd Wannenmacher über den Zustand der städtischen Liegenschaften im gesamten Stadtgebiet war alles andere als eine frohe weihnachtliche Botschaft.

Haigerloch. Würde man im gesamten Stadtgebiet alle Gebäude in öffentlicher Hand – dazu zählen Turn- und Leichenhallen genauso wie städtische Wohnungen und Rathäuser, alte Waaghäuschen oder Kindergärten – auf einen Schlag sanieren, dann müssten Stadtverwaltung und Gemeinderat rund 30 Millionen Euro ausgeben.

Eine gewaltige Investition, welche die Stadt Haigerloch. angesichts ihres engen finanziellen Spielraums unmöglich sofort, geschweige denn binnen weniger Jahre tätigen kann. Zum Vergleich: Momentan stehen im städtischen Haushalt pro Jahr für derartige Maßnahmen etwa 700 000 Euro zur Verfügung.

Aber irgendwann werden die Sanierungen allen auf die Füße fallen, ist Bautechniker Wannenmacher überzeugt. Zu viele öffentliche Gebäude stammen nämlich aus den 60er Jahren oder entstanden spätestens nach der Bildung der Gesamtstadt in den frühen 80ern, haben also auch schon 40 Jahre auf dem Buckel. Und selbst bei der noch jungen Owinger Eyachtalhalle ist es auch schon wieder zehn Jahre her, dass sie gebaut wurde.

Wannenmacher: "Diese Gebäude werden natürlich nicht besser, sondern immer schlechter." Deshalb sei es aus seiner Sicht wichtig, dass der Gemeinderat darüber Bescheid wisse, was in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf ihn zukomme.

Der Bautechniker der Stadt hätte sicherlich einen abendfüllenden Vortrag halten können, aber er beschränkte sich auf ein paar anschauliche Beispiele zur Verdeutlichung des großen Sanierungsstaus.

Er begann mit dem Schulzentrum in Haigerloch: Dort seien die Abwasserleitungen so marode, dass aus seiner Sicht weder ein Durchspülen eine Sanierung im Inlinerverfahren was bringt. Von dort sprang er zum Rathaus in Gruol, wo Fenster und Mauerwerk ebenso Sanierungsbedarf haben wie das Flachdach am angebauten Feuerwehrhaus. Auch die Heizung stamme aus dem Jahr 1978.

In der Bad Imnauer Turn- und Schwimmhalle sieht‘s nicht viel besser aus. Dort macht das Alter verschiedener technischer Anlagen Sorgen. Für einen alten Schaltschrank habe man sogar ein Ersatzteil aus einem Museum organisieren müssen, berichtete der Bautechniker im Gemeinderat.

Die Mauer am Parkdeck beim Postgebäude in der Kernstadt ist marode, noch mehr Nachholbedarf herrscht in der Witthauhalle samt angrenzender Tennishalle. Die Lüftungs- und Steuerungstechnik sowie die elektrischen Anlagen sind dort ein Thema, die Heizung stammt aus dem Jahr 1984. Und ebenso viel zu tun gibt es auch in der einen oder anderen städtischen Mietwohnung.

Auch wenn die Stadt aus den erwähnten finanziellen Gründen nicht sofort und überall in tief greifende Maßnahmen einsteigen kann, so warnte Bernd Wannenmacher den Gemeinderat davor, das Thema auf die lange Bank zu schieben. "Wenn wir noch länger warten, kriegen wir das ganze Paket auf einen Schlag", so sein Fazit. Sprach‘s und verteilte an alle Gemeinderäte und -rätinnen eine auf Papier ausgedruckte und reich bebilderte Übersicht mit den Sanierungsobjekten in allen Stadtteilen sowie den Kosten. Die gerundete Kostenübersicht:

 Bad Imnau: 1,02 Millionen Euro.

 Bittelbronn: 659 000 Euro.

 Gruol: 2,42 Millionen Euro.

 Hart: 982 500 Euro.

 Owingen: 1,02 Millionen Euro.

 Stetten: 2,04 Millionen Euro.

 Trillfingen: 4,49 Millionen Euro.

 Weildorf: 1,74 Millionen Euro.

 Kernstadt Haigerloch: 15,48 Millionen Euro.

 Gesamtsumme: 29,85 Millionen Euro.

Ihre Redaktion vor Ort Haigerloch

Thomas Kost

Fax: 07433 901-829

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.