Bienen machen Schule: Am Dienstag stellten der Verein "Mellifera" und das Landratsamt dieses pädagogische Projekt vor. Von links. Alica Kipp, Michael Slaby, Lehrerin Verena Winter, Schulleiterin Susanne Kienzle, Jonas Ewert, Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau Markus Zehnder, Streuobstpädagoge Hermann Bächle und Landrat Günther-Martin Pauli.Foto: Kost Foto: Schwarzwälder Bote

Natur und Bildung: Pädagogisches Erlebnis-Set für Grundschulen in Trillfingen vorgestellt

Wenn Kindern gefragt werden, welche Insekten sie am meisten lieben, nehmen Bienen garantiert eine Spitzenposition ein. Diese Begeisterung nutzen der in Rosenfeld beheimatete Verein "Mellifera" und der Landkreis für ein gemeinsames Projekt. Es heißt "Bienen machen Schule".

Haigerloch-Trillfingen/Rosenfeld. Die pädagogisch ausgerichtete Initiative von "Mellifera" möchte die Faszination für Bienen und andere bestäubende Insekten zu den jüngsten Mitgliedern in der Gesellschaft tragen und hat dafür das "Erlebnis Bienenwunder" geschaffen. In den vergangenen Wochen wurde ein Set für Unterrichtszwecke gestaltet, zusammengestellt und verpackt.

Am Dienstagnachmittag wurde das Projekt an der Grundschule in Trillfingen vorgestellt. Landrat Günther-Martin Pauli freute sich zum Start von "Bienen machen Schule" dort Gast sein zu dürfen. Klimaschutz- und Artenvielfalt hätten heutzutage einen hohen Stellenwert, meinte Pauli, und es sei wichtig, junge Menschen so früh wie möglich auf die Vielfalt und den Artenreichtum in der Natur hinzuweisen.

Bienen sind auf dem Fischerhof in Rosenfeld schon lange ein Thema, wie aus den Erläuterungen von Michael Slaby, Vorstand von "Mellifera", hervorging. Der Verein wurde bereits 1986 gegründet und in dieser Zeit wurde eine Lehr- und Versuchsimkerei mit 350 Bienenvölker aufgebaut. Deutschlandweit unterstützt "Mellifera" inzwischen über 300 Schulen, Imker und Pädagogen, seit 2018 werden Multiplikatoren ausgebildet.

Mit dem Set " Erlebnis Bienenwunder", so Slaby weiter, werde den Lehrern nun ein erlebnispädagogisches Instrument an die Hand gegeben, um in Kindern die Liebe zur Natur zu wecken – und dafür eignen sich Bienen nun mal besonders gut, denn sie sind Sympathieträger.

Alica Kipp stellte die einzelnen Bestandteile und Möglichkeiten des Sets vor, in dem die beiden Bienen "Melli" und "Fera" eine tragende Rolle spielen. Das Set bietet Schulanfänger genauso etwas wie den schon etwas älteren Dritt- oder Viertklässler.

"In dem Projekt steckt viel Potenzial" freute sich auch Markus Zehnder, Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau. Es werde nämlich verbunden mit dem Netzwerk der vom Kreis ausgebildeten Streuobstpädagogen.

Das "Bienenwunder" gibt es nach Angaben von Jonas Ewert, Leiter von "Bienen machen Schule", zunächst einmal in 30 Sets, die zunächst an Grundschulen gehen, die praxisorientiert mit örtlichen Streuobstpädagogen wie Hermann Bächle aus Heiligenzimmern zusammenarbeiten. Nach und nach sollen weitere Schulen – auch über Baden-Württemberg hinaus – damit versorgt werden. Nächstes Jahr soll außerdem eine Version für Kindertagesstätten entstehen.