Drama: Theater-AG des Gymnasiums begeistert mit Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker"

Ganz großes Theater: Die Theater-AG des Haigerlocher Gymnasiums brachte am Freitag und Samstag eine überzeugende Vorstellung von Dürrenmatts Drama "Die Physiker" auf die Bühnenbretter im Gruoler Saalbau.

Haigerloch. Dürrenmatts Drama wird gemeinhin als Komödie bezeichnet, manchmal auch als Groteske. Das Thema könnte jedoch nicht ernster sein, denn es geht um die Gefahr der Vernichtung der Welt und die Verantwortung der Wissenschaft. Die junge Theatergruppe auf der Bühne – die Damen waren in diesem Jahr ganz unter sich – überzeugte sowohl bei den komödiantischen wie auch den beklemmenden Szenen.

Dürrenmatts Drama spielt in einem Irrenhaus, in das sich der "echte Physiker Johann Wilhelm Mobius zurückgezogen hat, um die Welt vor den Konsequenzen seiner Entdeckungen zu schützen, mit der die Vernichtung der Menschheit möglich wäre. Die Mitinsassen, die vorgeben, sich für Newton und Einstein zu halten, entpuppen sich als Geheimagenten verfeindeter Machte und als ebenso wenig irre wie Mobius. Mobius gelingt es in einem dramtischen Appell, die beiden Agenten davon zu überzeugen, mit ihm im Irrenhaus zu bleiben, um die Welt zu retten. "Nur hier dürfen wir noch denken".

Sein Plan geht nicht auf, weil die Leiterin des Sanatoriums, Fräulein Mathilde von Zahnd, sich als die wahre Wahnsinnige entpuppt und bereits damit begonnen hat, Möbius Aufzeichnungen und Entdeckungen für sich zu nutzen, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dabei nimmt sie die Vernichtung der Menschheit in Kauf.

Die vier Hauptdarstellerinnenn meisterten die Entwicklung ihrer Rollen souverän. So bezauberte Jasmin Friedrich als Newton trotz Wischfließ-Perücke mit Eleganz und Frivolität. Carlotta Koch gab einen etwas verhuschten Albert Einstein. Alexandra Ellinger überzeugte als Möbius, der einzig wirkliche Wissenschaftler, entwickelte sich im Lauf des Stücks vom zurückhaltenden Patienten zum leidenschaftlichen Kämpfer.

Die drei "Physikerinnen" beeindruckten vor allem beim Höhepunkt des Stücks, dem Diskurs um Verantwortung, Wissenschaft und Gefahr, mit Intensität und Leidenschaft. Ebenso beeindruckend die Schlussmonolge der drei, in dem sie sich erst in ihr Irren-Dasein und dann in ihr Zimmer zurückziehen, wo das Drama mit Einsteins Geigenspiel leise ausklingt.

Hervorragend auch Nastasija Dania als Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd, die zunächst nachsichtige Irrenärztin, die zum Schluss ihr wahres Gesicht als skrupellose Größenwahnsinnige zeigt.

Auf der Bühne standen außerdem in verschiedenen Rollen: Patrizia Dania, Marleen Hahn, Doreen Kohle, Eva Ehmann, Ida Becker, Marion Pötzsch, Dania Al-Masri und Laura Fechter Alle Schauspielerinnen haben eine großartige Leistung gezeigt. Der Dank einer erleichterten und glücklichen Leiterin Kerstin Gotthardt galt auch dem Team hinter der Bühne sowie der Ortschaftsverwaltung und dem Narrenverein Gruol.

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