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Haigerloch Auf den Spuren der Atomforschung

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Armin Huke hat den Atomkeller in Haigerloch besucht. Er arbeitet in Berlin als Physiker am privaten Institut für Festkörper-Kernphysik, welches die Grundlagen für einen Dual-Fluid-Reaktor (DFR) entwickelt. Foto: Fechter

Haigerloch - Zukunft trifft Vergangenheit – so könnte man den Besuch des Wissenschaftlers Armin Huke im Atomkellermuseum in Haigerloch beschreiben.

Huke ist Physiker am privaten Institut für Festkörper-Kernphysik, einer gemeinnützigen GmbH in Berlin. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern hat er dort einen Kernreaktor der sogenannten vierten Generation entwickelt, den Dual-Fluid-Reaktor (DFR). Für ihr Konzept des DFR wurde den Wissenschaftlern 2017 ein Patent erteilt.

War der Haigerlocher Reaktor noch einer, der mit Natururan und schwerem Wasser als Moderator betrieben wurde, so hat der DFR ein stark verändertes Konzept. Vereinfacht dargestellt verbindet ein Dual-Fluid-Reaktor die Vorteile von Flüssig-salzrekatoren und metallgekühlten Reaktoren.

Einer seiner möglichen Vorteile ist, dass er relativ kostengünstig zu betreiben wäre, da man ihn theoretisch auch mit dem vergleichsweise häufig vorkommenden Metall Thorium oder sogar mit Atommüll betreiben kann. Dies würde die bisherigen Probleme der Brennstoffversorgung und der Langzeit-Endlagerung weitgehend lösen. Aufgrund seines Aufbaus soll ein DFR-Reaktor zudem so sicher sein, dass eine Kernschmelze wie in Fukushima ausgeschlossen ist. Eine genaue Beschreibung des Reaktors findet sich auf den Internetseiten des Institutes.

Betriebstemperatur des Reaktors liegt bei etwa 1000 Grad

Allerdings wird der Reaktor im Netz auch kritisch diskutiert. Da die Betriebstemperatur eines DFR bei etwa 1000 Grad liegt, müssen vor dem Baus eines Reaktors zuerst umfangreiche Materialuntersuchungen durchgeführt werden. Momentan ist es allerdings im politischen Klima Deutschlands sehr schwierig, finanzielle Mittel für solche Forschungen zu akquirieren.

Trotzdem versucht es Armin Huke jetzt im süddeutschen Raum, und er ließ es sich dabei nicht nehmen, einen kleinen Ausflug zu den Wurzeln der Kernenergieforschung in Deutschland zu machen.

Begleitet wurde Huke von dem aus Gruol stammenden Hamburger Physikprofessor Michael Thorwart, der die Idee des DFR ebenfalls unterstützt. Das Reaktorkonzept wurde darüber hinaus auch von der Technischen Universität München in wissenschaftlichen Untersuchungen validiert.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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